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Top-Arzneimittel / Morbus Crohn

Morbus Crohn

Der Morbus Crohn gehört zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Er ist eine chronische, schubweise verlaufende Entzündung aller Schichten der Darmwand. Der gesamten Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle bis zum After kann betroffen sein. Bevorzugt befallen sind terminales Ileum, Befall in zirka 40 %, und Colon, seltener auch Ösophagus und Mund. Charakterisierend für Morbus Crohn ist der diskontinuierliche, segmentale Befall, skip lesions, der Darmschleimhaut. Gewöhnlich tritt Morbus Crohn im 20. bis 40. Lebensjahr erstmals auf. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. In Deutschland leiden 100.000 bis 170.000 Menschen an Morbus Crohn.

Ernährung:
  • Substitution von Vitaminen, Mineralstoffen, Eiweißen, von zweiwertigem Eisen p.o. bei Hämoglobinwerten < 10 g/dL
  • Keine rigiden Diätvorschriften, bei Nierensteinen oxalarme Diät, bei Stenosen ballaststoffarme Kost, bei Lactoseintoleranz lactosearme, bei Steatorrhoe fettarm und MCT-Fette
  • Enterale bilanzierte  Ernährung bei mittleren bis schweren Schüben. Kindern und untergewichtigen Patienten über naso-gastrale Sonde, Polymerdiäten (Fresubin®), Peptiddiäten (Survimed®) 2-6 Wochen 2.000-3.000 kcal/Tag
  • Parenterale Ernährung bei Ileus und schwerster Malabsorption.
Medikamentöse Therapie:
 
First-line-Therapie
Entocort , Wirkstoff Budesonid, Kapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung von Eisai
Zur Behandlung des Morbus Crohn mit Beteiligung des Ileums und des Colon ascendens in folgenden Situationen: Schubtherapie des Morbus Crohn leichten bis mittelschweren Grades, Ersatz von Prednisolon bei steroidabhängigen Patienten Gilt als stark wirksames, gut verträgliches Steroid.50 Hartkapseln Euro 41,19, 100 Hartkapseln Euro 163,76, Einnahme: 1 x täglich.
  • Mesalazin und Derivate: lokale antiinflammatorische Wirkung. Claversal®, Salofalk® (Mesalazin)  akut 3 x 800 mg p.o. bis zu 4,5 g pro Tag, Rezidivprophylaxe:  3 x 500 mg, Klysmen: 1 x 4 g, Suppositorien: 3 x 500-1.000 mg; Azulfidine®, Pleon® (Sulfasalazin) 2 x 500 mg p.o. bis zu 3 g pro Tag.
  • Glucocorticoide: Unterdrückung der Autoimmunreaktion, antiinflammatorisch, bei akuten Schüben. Betnesol® Rektal Installation (Betamethason) 1 x 5 mg, Colifoam® Rektalschaum (Hydrocortisonacetat) 1 x 2 g, Rectodelt® Zäpfchen (Prednison) 1 x 50-100 mg, Entocort® Kapseln (Budesonid) 1 x 9 mg p.o., Decortin® H (Prednisolon) initial 1 x 60 mg morgens p.o., Urbason® (6-Methylprenisolon) initial 1 x 48 mg morgens p.o., Solu-Decortin® H (Prednisolon) 1 x 100 mg, Urbason® solubile (6-Methylprenisolon)  1 x 40-80 mg, stufenweise auf Erhaltungsdosis übergehen.
  • Azathioprin, Mercaptopurin, Thioguanin: Imurek® (Azahtioprin) 100-200 mg tgl. p.o., Remission 50-100 mg tgl., Puri-Nethol® (Mercaptopurin) 50-100 mg tgl. p.o., Thioguanin-Wellcome® (Thioguanin).
  • Ciclosporin A: Immunsuppressivum. Sandimmun® (Ciclosporin A)2,5-5 mg/kgKG i.v.
  • Methotrexat: Folsäureantagonist, antiproliferatives Immunsuppressivum. Lantarel® (Methotrexat)  1 x 25 mg pro Woche i.m.
  • Metronidazol: Clont® (Metronidazol) 3 x 400 mg p.o.
  • Ciprofloxazin: Gyrasehemmer. Ciprobay® (Ciporfloxazin) 2 x 200-400 mg i.v.
  • TNF-a-Antikörper: Remicade® (Infliximab) 3-10 mg/kgKG Infusion über 2 Stunden zum Zeitpunkt 0, 2 und 6 Wochen, Erhaltungstherapie alle 8 Wochen.
  • Octreotid: Sandostatin® nach klinischem Bild.
  • Antidiarrhoika: Imodium®, Lopedium® (Loperamid) maximal 6 x 2 mg tgl. p.o.
  • Opioide Analgetika: bei starken Schmerzen und Durchfällen.
  • Weihrauchpräparate: aus Boswellia serrata scheinen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ähnliche Wirkung wie Mesalazin und Derivate zu haben.
  • Unterstützung in der Selbstmedikation: Ernährung, Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen zur Vorbeugung von Mangelzuständen. Samenschalen vom Indischen Flohsamen Plantago ovata, Mucofalk®  mit Schleimstoffen als Quellmittel sollen die Remissionserhaltung unterstützen.
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