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Top-Arzneimittel / Refluxkrankheit

Refluxkrankheit

Die Refluxkrankheit ist ein vermehrter Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre, bedingt durch nicht ausreichende Funktion des Verschlußmechanismus des unteren Speiseröhrenmuskels. Refluxösophagitis ist eine Refluxkrankheit mit erkennbaren entzündlichen Schleimhautgeschwüren in der Speiseröhre. Physiologischer Reflux - selten auftretender Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre bei Gesunden, z. B. nach fettreicher Mahlzeit oder Weinkonsum. Typische Symptome sind: Schmerzen hinter dem Brustbein, Sodbrennen, saures Aufstoßen, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen, salziger und seifiger Geschmack im Mund nach dem Aufstoßen. Typischerweise nehmen die Beschwerden im Liegen zu, da die Schwerkraft als Rückflussbremse wegfällt.

Basistherapie:
  • Gewichtsnormalisierung
  • Nächtliche Hochlagerung des Kopfendes
  • Vermeidung fetter, scharfer, sehr kalter oder sehr heißer Speisen
  • Vermeidung hektischer Mahlzeiten
  • Vermeidung opulenter Mahlzeiten
  • Möglichst Vermeidung von Anticholinergika, Benzodiazepinen, b2-Mimetika, Calciumantagonisten, Nitraten, Theophyllin.
Medikamentöse Therapie:
 
First-line-Therapie unter den Protonenpumpenhemmern
Nexium 40 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung – mups 20 mg/-40 mg magensaftresistente Tabletten mit dem Wirkstoff Esomeprazol von AstraZeneca.
Zur Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit. Langzeitbehandlung zur Rezidivprophylaxe bei Patienten mit geheilter Ösophagitis und symptomatische Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit. Zur magensäurehemmenden Behandlung, wenn eine orale Gabe nicht möglich ist, eignet sich im besonderen die Infusionslösung.
Weitere Informationen für den Arzt: hier
  • Antazida: symptomatische Therapie durch Abpuffern der Salzsäure und Schleimhautschutzeffekte, Verhinderung der Aktivierung von Pepsinogen, Bindung von Gallensäuren beim duodenogastralen Reflux. Riopan® (Magaldrat) 3-4 x 800 mg, Maaloxan® (Algeldrat) 3-4 x 600 mg MgOH, 900 mg AIOH, Talcid® (Hydrotalcit) 3-4 x 1.000 mg, Gelusil® (Mg-Silkathydrat) 3-4 x 500-1.000 mg, Gaviscon® (Al-hydroxid + Alginsäure) 3-4 x 200 mgAIOH + 700 mg Alginsäure.
  • Prokinetika: Motilitätsförderung durch cholinerge und antidopaminerge Wirkung mit Steigerung der Peristaltik und Tonuserhöhung des Magens und Erschlaffung des Pylorussphinkters. Gastrosil® (Metoclopramid) 3 x 10 mg, Motilium® (Domperidon) 3 x 10-40 mg.
  • Sucralfat: Ulcogant® (Sucralfat) 4 x 1 g.
  • Protonenpumpenhemmer: Hemmung der basalen und stimulierten Säuresekretion. Antra® (Omeprazol) 1 x 20-40 mg, Rezidivprophylaxe: 1 x 10 mg oder 1 x 20 mg 3 x pro Woche über 2 Jahre, post operativ initial 80 mg i.v., dann 2 x 40 mg, Nexium® (Esomepraszol) 1 x 20-40 mg, Agopton® (Lansoprazol) 1 x 30-60 mg, Rifun® (Pantoprazol) 1 x 40-80 mg. Pantozol® (Pantoprazol) 1 x 20-40 mg, Pantoprazolratiopharm® (Pantoprazol) 1 x 20-40 mg
  • H2-Antihistaminika: Blockade der Histamin-H2-Rezeptoren der  Belegzellen des Magens und somit Hemmung der Magensäuresekretion. Zantic®, Sostril® (Ranitidin)  1 x 300 mg, bei Nichtansprechen 2 x 300 mg weitere 2-3 Wochen, Rezidivprophylaxe:  1 x 150 mg 2 Jahre, Pepdul® (Famotidin) 1-2 x 40 mg.
Operative Methoden:
  • Fundoplicatio nach Nissen
  • Endoskopische Wiederherstellung des gastroösophagalen Verschlusses
  • Resektion des unteren Speiseröhrenabschnitts bei erhöhtem Krebsrisiko.
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