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Top-Arzneimittel / Hypophysentumore

Hypophysentumore

 

Die Hypophyse ist ein wichtiges Organ für die hormonelle Regulation des Körpers. Sie ist über einen dünnen Stiel mit dem Gehirn verbunden und setzt wichtige Botenstoffe mit unterschiedlicher Wirkung frei. Der Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse, die so genannte Adenohypophyse, ist in der Regel der Ursprung von Hypophysentumoren. Dabei können Hypophysentumoren aus jeder aktiven Zelle des Vorderlappens entstehen. Die Tumore werden  in zwei große Gruppen unterteilt: in hormonaktive Hypophysentumore, die zu einem Hormon-Überschuss führen, und in hormoninaktive, welche manchmal einen Hormon-Mangel verursachen können. Das so genannte Prolaktinom ist der häufigste Hypophysentumor und produziert das Hormon Prolaktin.  Neben einer ärztlichen Untersuchung und Hormonbestimmung im Blut sind bildgebende Verfahren (Röntgen, CT, MRT) die wichtigsten diagnostischen Mittel bei Hypophysentumoren. Die Therapie besteht mit Ausnahme des Prolaktinoms in der chirurgischen Entfernung des Tumors, manchmal in Verbindung mit einer Bestrahlung. Das Prolaktinom kann in der Regel mithilfe von Medikamenten behandelt werden. Eine Komplikation der Therapie ist die manchmal auftretende Hypophysenunterfunktion, welche mit einem Hormonersatz ausgeglichen wird.

Therapie
Mit Ausnahme des Prolaktinoms wird bei Hypophysentumoren eine chirurgische Entfernung angestrebt. Dabei sind Seh- oder andere zentrale Störungen immer ein Hinweis auf die Dringlichkeit der Operation notwendig. Eine Strahlentherapie ist in bestimmten Situationen sinnvoll: primär bei nicht operierbaren Tumoren bzw. als begleitende Maßnahme, wenn diese nur unvollständig entfernt werden können und bei einem Rezidiv. Prolaktinome stellen in der Therapie der Hypophysentumore einen Sonderfall dar. Ist der Tumor klein, können sie durch ein Medikament (Dopaminagonisten) behandelt werden. Dieses unterdrückt die Prolaktinsekretion aus dem Hypophysenvorderlappen und führt zu einer langsamen Verkleinerung des Tumors.
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