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Magazine / Medizin + Kunst / Franz Zanella

Franz Zanella

Mitten im Bayerischen Wald, im romantischen Schönberg, war auch ich vor mehr als 35 Jahren kurzzeitig zu Hause.
Dort begegnete ich einem Künstler, der als Maler und Sammler eine lebensbejahende Neugierde an den Tag legte, die – angesichts der Komplexität unserer globalisierten Welt – zumindest in meiner Erinnerung Schönberg als Ort festhält, der jenseits des unmittelbaren ökonomischen Drucks Phantasie und künstlerische Auseinandersetzung beflügelt.

Sternenküche mit Hintergrundleuchten, Pastell / Gouache, 2002

Auch wenn die Wirklichkeit heute wahrscheinlich ganz anders aussieht, bleiben mir der Künstler Franz Zanella, der Arzt Hans-Peter Veit und das Apotheker-Ehepaar Scheigenpflug als eine gewisse Konstante im Langzeitgedächtnis, die mir, dem früheren Globetrotter, vor  Augen führt, dass es sich durchaus lohnen kann, an nur einem Platz auf Dauer zu leben, um sich selbst zu verwirklichen, auch wenn existenzielle Brüche hier wie da die Regel sein dürften.
Als ich kürzlich ein Photoset von Franz Zanellas neuesten künstlerischen Arbeiten erhielt, erkannte ich sofort deren gereifte Fähigkeit, kraftvolle suggestive Räume zu schaffen, von enormer erzählerischer Vitalität, obwohl anstelle des früheren Naturalismus ein gestischer Konstruktivismus als Zugeständnis an die Moderne Raum gegriffen hat.

Die Explosion die uns zum Leben zwang, Pastell / Gouache, 2002

Zanellas Gemälde und Collagen erweisen sich als Projektionsflächen seiner seelischen Obsessionen. Eine gewisse Psychopathologie des maniristischen Künstlers findet dort ihre Verwirklichung, indem sich vorbildlicher Gestaltungswille mit subjektiven Vorstellungen sammelt und verdichtet – hin zu einem überzeugenden Ganzen.
Hier präsentiert sich Franz Zanella durchaus als begnadeter Maler. Selbst wenn der Kunstbetrieb aufgrund seiner fieberhaften Hektik ihn nicht entdecken wird, bleiben seine delikat gemalten Bilder von hohem formalen wie farblichen Raffinement ein in sich ruhender Pol. Der eigenen sehr speziellen filigranen Ausdruckskraft verpflichtet, geschaffen als bleibende Erinnerung für zahlreiche Sammler, so auch mich.
F.S.

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