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Top-Arzneimittel / Magenkrebs

Magenkrebs

In Deutschland erkranken jährlich zehn von 100.000 Menschen an Magenkrebs. Risikofaktoren sind ungünstige Ernährungsgewohnheiten, Magenschleimhaut-Entzündung (chronische Gastritis), Polypen. Die genauen Ursachen von Magenkrebs sind bislang nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch eine Reihe von Risikofaktoren, welche die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen. An einem Magenlymphom zu erkranken, erhöht sich bei einer Helicobacter pylori-Infektion um das Sechsfache. Obwohl das Bakterium bei fast jedem Patienten mit Magenkrebs gefunden wird.

Magenkrebs - Diagnose

Es kann eine Eisenmangelanämie gefunden werden, was ein Zeichen für eine längere Blutung des Tumors ist. Bei Magenkrebs werden die Tumormarker CA 72-4, CA 19-9 und CEA im Blut bestimmt.
Staging: Außer der Gastroskopie und dem Hämoccult-Test auf verstecktes Blut im Stuhl dienen die umfangreichen Untersuchungen bei Magenkrebs der Feststellung des Tumorstadiums.
Appetitlosigkeit sind typische Symptome. Oft sind die Beschwerden in der Magenregion lange Zeit nur sehr gering oder gar nicht vorhanden und die Frühzeichen von Magenkrebs werden daher für Ernährungsfehler gehalten.

Therapie

Minimal invasive Chirurgie
Ist der Magenkrebs bei der Diagnosestellung nur auf die Magenschleimhaut (Mukosa) begrenzt, kann der Krankheitsherd per Schlüssellochchirurgie (minimalinvasive Chirurgie) vollständig entfernt werden. Hierbei kommen sowohl das Herausschneiden des Tumors aus der Magenwand (Exzision per Bauchspiegelung) als auch die photodynamische Therapie in Frage. Bei letzterer wird ein Farbstoff in die Vene gespritzt, welcher über das Blut zu den Tumorzellen im Magen gelangt. Die Besonderheit dieses Farbstoffs ist die Reaktion mit Licht bestimmter Wellenlänge zu einem Zellgift. Bestrahlt man einen oberflächlichen Magenkrebs mehrere Tage nach Verabreichung des Farbstoffs mit Laserlicht der nötigen Wellenlänge, werden die Tumorzellen abgetötet. Das für diese chemische Reaktion benötigte Licht wird mit einem Endoskop an die richtige Stelle geleitet. Da bei diesen endoskopischen (minimal invasiven) Methoden eine Operation mit Eröffnung der Bauchdecke vermieden werden kann, ist dieser Eingriff besonders schonend.
Die Strahlentherapie dient dazu, die Tumorzellen gezielt zu schädigen, sodass der Tumor schrumpft beziehungsweise das Wachstum eingedämmt wird.
Die Bestrahlung dient nicht nur der Therapie von Krebs, sondern wird auch bei unheilbaren Krebserkrankungen eingesetzt, um durch Verkleinerung des Tumors oder vermindertes Tumorwachstum Schmerzen zu hemmen oder eingeschränkte Körperfunktionen zu verbessern (palliative Therapie).
Der Vorteil der Radiotherapie liegt darin, dass eine lokale Behandlung möglich ist und umgebendes, gesundes Gewebe weitgehend geschützt werden kann. Zudem sind "gesunde" Zellen im Vergleich zu Tumorzellen besser in der Lage, sich von Strahlenschäden zu erholen.
Manche Krebsarten sind sehr strahlensensibel, das bedeutet, dass die Krebszellen durch die Bestrahlung sehr gut zerstört werden. Dann kann eine Strahlentherapie auch als alleinige Therapie angewandt werden. In den meisten Fällen wird die Radiotherapie jedoch in Kombination mit einer weiteren Behandlungsform eingesetzt, zum Beispiel gemeinsam mit einer Chemotherapie als so genannte Radiochemotherapie. Außerdem ist es möglich, den Tumor während der Operation zu bestrahlen und somit noch gezielter zu bekämpfen.
 
Chemotherapie
Die Medikamente, die bei einer Chemotherapie zur Behandlung einer Krebserkrankung eingesetzt werden, nennt man Zytostatika.  Weil die häufigste Krebsart des Magens, das Adenokarzinom, nur schlecht auf Chemotherapie anspricht, spielt diese Behandlungsform allerdings nur eine geringe Rolle bei der Therapie von Magenkrebs. Sie wird nur innerhalb von Studien bei speziell ausgewählten Patientengruppen angewendet. Wenn Metastasen in anderen Organen vorliegen, wird die Chemotherapie mitunter zur Hemmung des Tumorwachstums eingesetzt. Häufige unerwünschte Nebenwirkungen der Chemotherapie sind u.a. die vorübergehende Schädigung der Darmschleimhaut mit Darmentzündungen und Durchfall, sowie Übelkeit und Haarausfall.
 
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