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Magazine / Medizin + Kunst / Birgit Ibell

Birgit Ibell

Hermann Nitsch, damaliger Leiter der Klasse für interdisziplinäre Kunst an der Städelschule in Frankfurt, erkannte ihre abstrakt-expressionistische Begabung ebenso wie den außergewöhnlichen Farbensinn. Er attestierte Brigid Ibells Malerei dramatisch-theatralische Kraft, begriff den pastosen und schwelgerischen Farbauftrag sowohl als Klang als auch als Substanz, aus der barocke, unbekümmerte organische Gestaltung entsteht, sah in der Musik ein weiteres Inspirationsfeld Ibells mit einem Hang zur Synästhesie.

Le Grand Macabre, Acryl/Pigment auf handgeschöpftem Papier, 50 x 70 cm, 1996
Strawinsky, Acryl auf Leinwand, 120 x 90 cm, 1994

Ihre Malerei betreibt die Künstlerin vorzugsweise auf großformatiger Leinwand oder – alternativ – auf bis zu vierzig kleinen quadratischen Trägern, die, als Installation gehängt, wieder ein großes Ganzes ergeben. Hier spielt die Auseinandersetzung mit der zukünftigen Gestaltung die zentrale Rolle.

Dreißig Arbeiten (Installation), Öl auf Leinwand, je 40 x 40 cm

In gestischer Manier bannt sie die pastos aufgetragenen Farben schwungvoll auf die Leinwand in unmittelbarer direkter Auseinandersetzung, unterlegt durch die Musik von Richard Wagner, Giuseppe Verdi, Luigi Nono oder Richard Strauss. Ibell erzeugt Farbkläge, die man ganz bewusst in ihren Werken wiederentdecken kann.

Prometeo, Öl auf Leinwand,
Le Grand Macabre, Acryl auf handgeschöpftem Papier, 50 x 70 cm, 1996
Nach der Walküre,Einzelbild aus der Installation, Öl auf Leinwand,

Wir sehen in den abstrakten Bildwelten der Künstlerin eine Weiterentwicklung des amerikanischen Expressionismus, erkennen in ihrer vom Unterbewusstsein inspirierten Malerei, deren schöpferische Quelle die Musik ist, neue strukturelle Ergebnisse, die aufgrund ihrer Farbigkeit den Betrachter, wenn er bereit ist, sich intensiv mit ihnen auseinanderzusetzen, unweigerlich in den Bann ziehen. In der zeitgenössischen Kunst am Beginn des 21. Jahrhunderts ist Brigid Ibell auf diesem Wege natürlich keine Einzelgängerin, doch in der Farbgebung und Gestaltung sicher autonom. Die 43-jährige, in Südafrika geborene Künstlerin lebt und arbeitet heute in Frankfurt, befindet sich unserer Auffassung nach in einer außergewöhnlich kreativen Phase, um bleibende Zeichen zu setzen mit Gemälden von Rang.Sammlung Fröhlich.

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