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Top-Arzneimittel / Angina Pectoris

Angina Pectoris

Als Angina Pectoris (Synonym: Stenokardie, deutsch: Brustenge, Herzschmerz) bezeichnet man  eine anfallsartige Enge in der Brust.  Sie ist das Hauptsymptom bei Patienten mit einer Arteriosklerose der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit, KHK) und geht mit einer Minderversorgung des Herzmuskels oder einem gesteigerten Sauerstoffbedarf des Körpers einher. Die chronische KHK ist die Hauptursache der stabilen und instabilen Angina pectoris.

Es gibt verschiedene Formen der Angina pectoris:

  • Stabile Angina pectoris: Beschwerden wie Schmerzen in der Herzgegend (meist hinter dem Brustbein), Engegefühl im Brustkorb und Atembeklemmungen treten nur bei körperlicher Belastung auf. Bei ausreichender Therapie verändern sich die Schwere und Häufigkeit der Symptome nicht.
  • Instabile Angina pectoris: Hier treten Symptome neu auf oder die Dauer und Häufigkeit der Beschwerden nimmt schnell zu. Bei dieser Form ist das Risiko eines Herzinfarkts sehr hoch. Sie sollten daher umgehend den Notarzt rufen!
  • Prinzmetal-Angina: Bei dieser sehr seltenen Form verkrampfen sich die Herzkranzgefäße (Koronarspasmus). Die Beschwerden treten unabhängig von einer Belastung auf. Auch hier ist das Risiko eines Herzinfarkts erhöht
Akuter Angina-pectoris Anfall

Basistherapie:

  • Unterbrechung der Belastung
  • Patient in halb sitzender Position
  • EKG schreiben, bei Infarktverdacht Herzenzyme abnehmen und Klinikeinweisung (NAW).
  • O2 über Nasensonde (2-4 l/Min.)

 Medikamentöse Terapie:

  • Nitroglycerin-Spray (2 Hübe) oder Nitroglycerin-Kps. (1-2 zerbeißen lassen) evtl. nach 10 min wiederholen. Cave: nicht bei RR < 100/60 mmHg.
  • Acetylsalicylsäure 500 mg oral, z.B. 1 Tbl. Aspirin akut® oder 1 Amp. Aspisol®, entsprechend 500 mg ASS, i.v.; bei Unverträglichkeit von ASS 75 mg Clopidogrel, Iscover®, Plavix® 
Stabile Angina pectoris

Basistherapie:

  • Gewicht normalisieren
  • Alkoholkonsum einschränken
  • Rauchverbot
  • Ausgewogene Ernährung (fett- und cholesterinarm, balaststoffreich
  • leichtes körperliches Training unter Anleitung
  • Stressbewältigung (z.B. Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation) 

Medikamentöse Terapie:

Ziel ist die Besserung der Angina-pectoris-Symtomatik, eine Anfallsprophylaxe und Infarktprophylaxe sowie die Progressionsverlangsamung.

First-line-Therapie
Procoralan® 5 mg/-7,5 mg Filmtbl. mit dem Wirkstoff Ivabradin, von Servier Deutschland 
Zur symptomatischen Behandlung der chronischen stabilen Angina pectoris bei Patienten mit normalem Sinusrhythmus, bei denen Betablocker kontraindiziert sind oder eine Unverträglichkeit für Betablocker vorliegt.  Der Hersteller wirbt „…denn geschützt sein, fühlt sich gut an! Exklusive Herzfrequenzreduktion“. Dosierung initial: 5 mg 2 x tgl., Erhaltungsdosis nach 3 – 4 Wochen: ebenfalls 5  - 7,5 mg 2 x tgl..
28 Filmtbl. 5 mg Euro 47,83
98 Filmtbl. 5 mg Euro 127,41
28 Filmtbl. 7,5 mg Euro 47,83
98 Filmtbl. 7,5 mg Euro 127,41
Weitere Informationen für den Arzt:
hier


Als Ergänzunstherapie

Ranexa® 375, 500 und 750 mg. mit dem Wirkstoff Ranolazin, von Berlin Chemie
Zur symptomatischen Behandlung der chronischen stabilen Angina pectoris bei Patienten die unzureichend Therapiert sind oder antianginöse Mittel der ersten Wahl nicht tolerieren. Dosierung initial: 375 mg 2 x tgl., nach jeweils zwei bis vier Wochen kann die Dosis auf maximal 750 mg titriert werden.
Ranexa® 375mg 30 Retardtbl. N1 150,58 Euro
Ranexa® 375mg 60 Retardtbl. N2 185,66 Euro
Ranexa® 375mg 100 Retardtbl. N3 129,83 Euro
Weitere umfassende Informationen über das Präparat: hier

Weitere Präparate:

  • β-Blocker: Senken den myokardialen O2 Bedarf, z.B. Atenolol, Metoprolol 100 mg retardiert 1 x tgl. oder Bisoprolol 1 x tgl.
  • Nitrate: Isosorbiddinitrat, Isoket® 2 x 20-80 mg je morgens und mittags, bzw 120 mg morgens. Isosorbidmononitrat, Ismo® 2 x 20-80 mg je morgens und mittags. Wegen einer Toleranzentwicklung abends keine Dosis.
  • Molsidomin: Corvaton®, ähnliche Wirkung wie Nitrate aber keine Toleranzentwicklung
  • Kalziumantagonisten: z.B. Diltiazem, Dilzem® 3 x 60 mg tgl., falls β-Blocker und Nitrate/Molsidomin  nicht ausreichend bzw kontraindiziert sind. Mittel der ersten Wahl bei Koronarspasmen. Cave: bei Kombination mit β-Blockern besteht die Gefahr hochgradiger AV-Blockierungen.
  • Thrombozytenaggregationshemmer:  Acetylsalicylsäure 100 mg oral, z.B. 1 x 1 Tbl. Aspirin 100®. Clopidogrel, Iscover®, Plavix® 1 x tgl. 75 mg.

 

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