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Top-Arzneimittel / Diarrhoe

Diarrhoe

Diarrhoe (Durchfall) bezeichnet ein Symptom. Man spricht von Durchfall, wenn die Stuhlentleerung häufiger als dreimal täglich stattfindet, wenn sich die Stuhlbeschaffenheit (Konsistenz) verändert, sodass der Stuhl flüssig ist, und/oder wenn die Stuhlmenge vermehrt ist (mehr als 250 g täglich).Damit verbunden ist oft ein unbeherrschbarer Stuhldrang, der für den Betroffenen selbst oft das alleinige oder Hauptproblem darstellt. Je nach Ursache kann der Stuhl dabei Schleim, Eiter oder Blut enthalten. Eine Diarrhoe von mehr als zwei Wochen Dauer wird als „chronisch“ bezeichnet.

Die häufigsten Ursachen sind:

Akute Diarrhoe:

  • Lebensmittelvergiftung: Bakterien bilden in verunreinigten Lebensmitteln Giftstoffe, die den Magen-Darm-Trakt angreifen. Schon wenige Stunden nach der Aufnahme zeigen die Giftstoffe ihre Wirkung.
  • Infektion mit Viren oder Bakterien (Darmgrippe).
  • "Reisedurchfall": Hier sind Infektionen mit Bakterien, meist Escherichia-coli-Stämme, seltener Viren oder Parasiten für den Durchfall verantwortlich; jeder zweite bis fünfte Reisende ist betroffen.
  • Durchfall durch Medikamente: Manche Menschen leiden während der Einnahme von Medikamenten unter Durchfall - das gilt vor allem für Antibiotika, welche die Darmflora angreifen oder zerstören. Ist die medikamentöse Therapie abgeschlossen, klingt in der Regel auch der Durchfall ab. Da die Behandlung eines bakteriellen Infekts mit Antibiotika als wichtiger eingeschätzt wird, nimmt man diese Nebenwirkung meistens in Kauf.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit: Etwa zehn Prozent der europäischen Bevölkerung leiden an einer Laktose-Intoleranz. Ihnen fehlt das Enzym Laktase, das normalerweise Milchprodukte verdauen hilft; die unverdauten Milchbestandteile verursachen akuten Durchfall.

Chronische Diarrhoe

  • Reizdarm-Syndrom
  • Chronische Darmentzündung (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn);
  • Chronische Darminfektionen, z.B. durch Amöben, Lamblien, Clostridium difficile;
  • Missbrauch von Abführmitteln;
  • In seltenen Fällen Stoffwechselstörungen wie:
    • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
    • bösartige Tumore wie Bauchspeicheldrüsenkrebs, Pankreaskarzinom
  • Darmoperationen

Basismassnahmen:

  • Symptomatisch, 1-2 Tage Teefasten, ggfls. geriebener Apfel, danach langsammer Kostaufbau, Zwieback, Schleimsuppen. Nach Rückgang der Diarrhoe langsam zur leichten Vollkost dann bei günstigen Verlauf schnell zur Vollkost übergehen.

Medikamentöse Therapie:

Mittel der 1. Wahl:
Tiorfan 10 mg/-30 mg Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen sowie 100 mg Hartkapseln mit dem Wirkstoff Racecadotril von Abbott
Zur symptomatischen Behandlung des akuten Durchfalls bei Erwachsenen, zur ergänzenden symptomatischen Behandlung von akuten Durchfällen bei Säuglingen über 3 Mon. und Kindern – gemeinsam mit oralem Flüssigkeits- und Elektrolytersatz und den üblichen unterstützenden Maßnahmen. Erwachsene 3 x tgl. 1 Hartkapsel, Maximalbehandlungsdauer: 7 Tage
Weitere Informationen für den Arzt: hier

First-line-Therapie bei Reisediarrhoe unter den Breitbandantibiotika
Xifaxan mit dem Breitbandantibiotikum Rifaximin von Norgine.
Seit September 2008 steht mit Xifaxan eine in anderen Ländern schon seit längerem verfügbare antibiotische Therapieoption bei Reisedurchfällen auch in Deutschland zur Verfügung. Zugelassen ist das Antibiotikum für Erwachsene mit Reisediarrhoe, die durch nicht-invasive Bakterien ausgelöst wird. Die normale Dosierung beträgt 200 mg alle 8 Stunden über maximal 3 Tage. Diese kann bei Bedarf auf 400 mg alle 12 Stunden erhöht werden.
Weitere Informationen für den Arzt: hier  

  • Antisekretorische Mittel
  • Aktivkohle
  • Antibiotika
  • Motilitätshemmer, z.B. Imodium
  • Mineralstoffpräparate, z.B. Oralpädon
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