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Top-Arzneimittel / Hirsutismus

Hirsutismus

Unter Hirsutismus versteht man die vermehrte Genital-, Körper- und Gesichtsbehaarung bei Frauen. Hirsutismus kommt bei ca. 5−10 % aller Frauen vor, wobei die Grenze zwischen Normalzustand und Hirsutismus allerdings fließend und abhängig vom ethnischen Hintergrund ist.

Ursachen:

  • genetische Veranlagung ohne krankhaften Hintergrund, familiär-idiopathischer Hirsutismus
  • polyzystisches Ovarialsyndrom, führt zur verstärkten Produktion männlicher Sexualhormone durch die Eierstöcke
  • adrenogenitales Syndrom, das in der Regel aber neben dem Hirsutismus noch andere Vermännlichungen mit sich bringt
  • Tumor bedingt, ein Androgen-produzierender Tumor der Eierstöcke oder der Nebenniere.
  • Hypophysenadenom
  • die Einnahme von Androgenen, z.B. bei Doping, oder von manchen Medikamenten wie Spironolacton oder Cyclosporin A
  • bei Übergewicht und Insulinresistenz ist häufig ein Hirsutismus anzutreffen

Therapie:

First-line-Therapie
VANIQA 11,5 %
Creme mit dem Wirkstoff Eflornithin von Almirall Hermal.
Zur Behandlung von Hirsutismus im Gesicht bei Frauen. Wirkt deutlich in der Langzeitanwendung auf der Basis eines nicht-hormonellen Wirkmechanismus und ist anwendbar für alle Haar- und Hauttypen.
Weitere Informationen für den Arzt: hier

  • Antiandrogene: Cyproteronacetat und Chlormadinonacetat sind zwei Gestagene mit antiandrogener Fähigkeit. Sie blockieren kompetitiv den Androgenrezeptor. Bei dieser Behandlung werden den Betroffenen in der Regel orale Kontrazeptiva verschrieben, die eines dieser zwei Gestagene enthalten. Flutamid ist ein Andiandrogen, das die Wirkung der Androgene an den Zellkernen verhindert. Finasterid, ein 5α-Reduktase-Hemmer, hemmt die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron, welches potenter als Testosteron ist. Spironolacton wirkt den Mineralokortikoiden und den Androgenen entgegen.Drospirenon hat die gleichen Eigenschaften wie Spironolacton. Zusätzlich hat es eine gestagene Wirkung. cave: Alle Antiandrogene wirken teratogen (fruchtschädigend) und dürfen nur eingenommen werden, wenn eine Schwangerschaft sicher auszuschließen ist.
  • Insulinsensitizer: Metformin
  • Eflornithin hemmt das an der Bildung des Haarschaftes durch den Haarfollikel beteiligte Enzym Ornithindecarboxylase irreversibel und ist zur Behandlung des Hirsutismus im Gesicht zugelassen. Als Creme wird es zweimal täglich aufgetragen.
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