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Top-Arzneimittel / Haut- und Weichteilinfektionen

Haut- und Weichteilinfektionen

Die bakteriellen Haut- und Weichteilinfektionen zeigen ein breites Spektrum: vom harmlosen Furunkel bis zu lebensbedrohlichen tiefen, nekrotisierenden Infektionen. Auf der Haut ist immer eine große Zahl unterschiedlicher Bakterien nachweisbar wie zum Beispiel Micrococcaceae, Staphylococcus epidermis, Propionibacterium acnes. Bei intakter epidermaler Barriere besteht ein Schutz vor „Anflugkeimen“ und es kommt nicht zur Infektion. Grampositive und gramnegative Bakterien sowie Anaerobier können bei Störung der Hautkontinuität oder Immundefizit Krankheitsbilder hervorrufen:

Follikulitis, Infektion des oberflächlichen Anteils der Haarfollikel hauptsächlich durch Staphylococcus aureus.
Therapie: lokal desinfizierende und austrocknende Maßnahmen z.B. PVP-Jod.

Furunkel, Karbunkel: Infektion des gesamten Haarfollikels inklusive der Matrix und des umgebenden Gewebes durch Staphylococcus aureus.
Therapie: Incision, chirurgische Maßnahmen. Zusätzlich systemische Therapie mit Antibiotika wie z.B. penicillinasefeste Penicilline, Amoxicillin/Clavulansäure, Oralcephalosporine, Clindamycin, Gyrasehemmer Tavanic®

Impetigo contagiose: hoch kontagiöse oberflächliche Hautinfektion durch Staphylococcen.
Therapie: bei kleinherdigen Formen antiseptische und antibiotische Lokaltherapie, bei großflächigen Herden systemische Antibiotikatherapie zum Beispiel mit Gyrasehemmer Tavanic®.

Erysipel: eine akute Entzübdung der Dermis.
Therapie: Cefazolin und Amoxicillin/Clavolansäure, Cindamycin, Makrolide, Chinolone, Gyrasehemmer wie Tavanic®.

Phlegmone: eitrige bakterielle Entzündung mit Gewebeeinschmelzung der Dermis und Subkutis. Ursache sind Hautverletzungen durch Traumata, postoperative Wunden. Auslösende Keime sind vor allem Streptokokken, Staphylokokken oder auch Mischinfektionen mit gramnegativen Keimen. Eine mikrobiologische Diagnostik ist erforderlich, um eine geeignete Antibiose zu wählen.

Nekrotisierende Fascitis: ein seltenes schweres Krankheitsbild mit foudroyanten Verauf, hervorgerufen durch toxogene Streptokokken der Gruppe A oder polymikrobiell. Die Infektion erfolgt über Hautverletzungen nach operativen Eingriffen, auch nach Prellungen oder Insektenstichen.
Therapie: vollständiges Debridement des gesamten infizierten Gewebes. Umfassende mikrobiologische Diagnostik einschließlich Blutkultur, um eine entsprechende Antibiotikatherapie einzuleiten.

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