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Herpes genitalis – “die stille Epidemie”

Effektive Therapie mit Famvir®

Herpes genitalis wird keineswegs übertrieben “die stille Epidemie” genannt. Herpes genitalis steht auf der Liste der sexuell übertragbaren Krankheiten auf Platz 5 der Häufigkeit und wird in der Regel durch das virulente Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2) verursacht und ist sowohl im floriden als auch asymptomatischen Stadium ansteckend.
Herpes genitalis ist eine chronische, schmerzhafte und ein Leben lang immer wiederkehrende Infektionskrankheit. Bei der Primärinfektion kommt es zu schmerzhaften Bläschen und Geschwüren im Genitalbereich. Von dort wandern die Viren über die sensorischen Neuronen zu den Wurzeln der dorsalen Ganglien, wo sich die Infektion ein Leben lang etabliert. Eine periodische Reaktivierung des Virus aus diesem latenten Stadium führt immer wieder zu Rezidiven. Wie viele humanpathogenen Herpesviren persistiert  HSV-2 in neuronalem Gewebe. Hier in der Nähe des Rückenmarkes ist es weder einer virostatischen Therapie noch dem Immunsystem zugänglich. Auf endogene und exogene Reize hin, zum Beispiel Stress, hormonelle Umstellungen, wird das Virus reaktiviert und verursacht einen rezidivierenden Herpes genitalis.
Patienten mit Herpes genitalis leiden unter starken Schmerzen und sind psychisch enorm belastet, da Zukunftsängste entstehen, so zum Beispiel vor einer drohenden Scheidung etc. Wie Experten aus den USA und Deutschland berichten, wie zum Beispiel Prof. Sawko Wassilew, schämen sich viele Patienten, dass sie sich eine Infektion mit Herpes genitalis zugezogen haben und sie sind auch heute noch der Meinung, dass ihnen nicht wirklich geholfen werden kann. Der Slogan “einmal Herpes genitalis, immer Herpes genitalis” führt bei vielen Patienten/innen zu sozialem Rückzug, Isolation und Depressionen. Partnerschaften werden beendet und/oder nicht mehr eingegangen.
Für Schwangere  ist die Situation besonders gefährlich, da eine Übertragung auf das Neugeborene für dieses eine tödliche Gefahr bedeuten kann.
Da bisher eine Viruseradikation nicht möglich ist und die Entwicklung von Impfstoffen noch nicht abgeschlossen ist, kann die Therapie zur Zeit nur mit Virostatika erfolgen.
Das Virostatikum Famvir® mit dem Wirkstoff Famciclovir wird seit Jahren in der Behandlung des Herpes genitalis erfolgreich eingesetzt.
Famciclovir ist die gut resorbierbare Vorstufe des Virostatikums Penciclovir. Nach Resorption werden in der Dünndarmwand und der Leber die Acetylgruppen abgespalten und die Substanz zu virostatisch wirksamen Penciclovir oxidiert. Durch dieses Prodrug-Prinzip wird eine Penciclovir-Bioverfügbarkeit nach oraler Famciclovir-Gabe von 77 % erzielt, der korrespondierende Wert von Aciclovir liegt dagegen nur bei 10 bis 30 %. (Pue und Benet 1993) Die intrazelluläre Halbwertszeit des Penciclovir beträgt in HSV-2-infizierten Zellen 20 Stunden, bei Aciclovir 1 Stunde. Hierdurch werden über lange Zeit hohe intrazelluläre Wirkspiegel an Penciclovir in den infizierten Zelle erzielt und die Virusreplikation effektiv und langanhaltend gehemmt. In  klinischen Studien zur Arzt-initiierten Behandlung von Herpes genitalis Rezidiven wurde festgestellt, dass die 2 x tägliche Verabreichung von Famciclovir (125 mg, 250 mg 500 mg) über 5 Tage den Zeitraum bis zum Stop der Virusausscheidung und bis zur Heilung der Läsionen und der damit verbundenen Beschwerden signifikant verkürzt. (ICID 1994; Sacks et al. 1996)
Famciclovir reduziert signifikant die mit Läsionen assoziierten Symptome wie Schmerz, Brennen und Empfindlichkeit. (siehe auch Studienergebnisse von Sacks et al. 1996)
Eine doppelblinde, randomisierte, Aciclovir-kontrollierte Studie ergab, dass Famciclovir in einer 3 x täglichen Dosierung bei der Behandlung einer Ersterkrankung mit Herpes genitalis einer 5 x täglichen Aciclovir-Dosierung mindestens ebenbürtig ist (Loveless et al.,1995).
In Untersuchungen wurde auch gezeigt, dass Famciclovir möglicherweise auch die Etablierung der Virus-Latenz und somit die Rezidivhäufigkeit nach Therapie der Primärinfektion unterbinden kann. (Wooley, 1997)
Famciclovir hat sich in den verschiedenen Dosierungen auch als gut verträglich erwiesen. Die Art und Häufigkeit unerwünschter Ereignisse entsprach weitgehend derjenigen unter Placebo oder Aciclovir. (Saltzman, 1994)
Treten die Rezidive sehr häufig auf, muss man eine sogenannte Suppressionstherapie in Erwägung ziehen, um eine Reaktivierung des Virus zu unterbinden. Dafür wurde Famvir in einer Dosierung von 2 x 250 mg täglich 1998 zugelassen. Die Effektivität diese Suppressionsbehandlung wurde in Studien nachgewiesen, wie zum Beispiel in der placebokontrollierten Multizenterstudie Studie von Metz et al. 1997 und der placebokontrollierten Multizenterstudie von Diaz-Mitoma et al. 1998. In beiden Studien war die rezidivfreie Zeit unter der Behandlung mit Famvir® 2 x 250 mg täglich signifikant länger als in der Placebogruppe. ( 120 vs 82 Tage bzw. 10 Monate vs. 7 Wochen)
Alle Studienergebnisse und die langjährigen Praxiserfahrungen bestätigen, dass die Patientencompliance bei Famciclovir bedeutend höher ist als bei Aciclovir. Entscheidend hierfür ist auch die Tatsache, dass bei Famciclovir nur 2 x täglich 1 Tablette eingenommen werden muss. Aciclovir muss dagegen aufgrund der niedrigen Bioverfügbarkeit und der intrazellulären Halbwertszeit 5 x täglich eine Tablette verabreicht werden.
Eine Herpes genitalis Infektion bei immunsupprimierten Patienten kann mit Famvir® wirksam und sicher behandelt werden. Studienergebnisse bestätigen, dass die 2 x tägliche Gabe von Famvir® bei HIV-infizierten Patienten mit einer gleichzeitigen Erkrankung an Herpes genitalis ebenso effektiv wirksam und gut verträglich ist wie eine hochdosierte Aciclovir-Therapie. Die Behandlung mit Famvir® hat zudem den Vorteil, dass weniger Tabletten eingenommen werden müssen. (B. Romanowski et al., Canada, AIDS 2000 16. Juni, 149, 1211-7; Timothy Schacker et al., Anuals of International Medicine 1.Januar 1998, 128, 21-28)

Resümee:
Herpes genitalis steht auf der Liste der sexuell übertragbaren Leiden auf Platz 5. Die Erkrankung ist sowohl im floriden als auch im asymptomatischen Zustand ansteckend. Da bei dieser chronischen, schmerzhaften, ein Leben lang immer wiederkehrenden Infektionskrankheit eine Viruseradikation nicht möglich ist, kann die Therapie zur Zeit nur mit Virostatika erfolgen. Hier hat sich Famvir® mit dem Wirkstoff Famciclovir in der Praxis hervorragend zur Behandlung der Primärinfektionen und Rezidive bewährt. Studienergebnisse und Praxiserfahrungen bestätigen die hohe Wirksamkeit und gute Verträglichkeit des Präparates sowie die hervorragende Patientencompliance, die durch die nur 2 x tägliche Einnahme zusätzlich gefördert wird. Schnelle Besserung der Symptomatik, signifikante Verkürzung der Rezidive sowie längere rezidivfreie Intervalle bedeuten für die Patienten nicht nur eine Verkürzung des akuten Krankheitsverlaufes, sondern auch eine grundlegende und entscheidende Verbesserung der gesamten Lebensqualität für sich und den Partner.

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