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Top-Medizin / Epilepsie

Epilepsie

Top-Medizin

Als Epilepsie, im Deutschen die Fallsucht oder auch Krampfleiden genannt, bezeichnet man ein Krankheitsbild mit mindestens zwei wiederholt spontan auftretenden Krampfanfällen, die nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache hervorgerufen wurden. Es handelt sich um eine Fehlfunktion des Gehirns, ausgelöst durch Nervenzellen, die unkontrolliert Impulse abfeuern.

Einteilung der Epilepsieformen: 

Fokale Anfälle:
Einfache fokale Anfälle mit motorischen Symptomen (Jackson Anfall, Adversivkrampf), mit sensorischen und somatosensorischen Symptomen, jeweils ohne Bewusstseinsverlust Missempfindungen und/oder abnorme motorische Aktionen (Muskelkrämpfe, Zuckungen der Augen, des Kopfes oder der Extremitäten)

Komplexe fokale Anfälle (25 %), psychomotorische Anfälle mit Bewusstseinsverlust. Meist durch Aura (Geruchs- und Geschmackshalluzinationen) eingeleitet; motorische Symptome (Leck-, Schluck- Kau-und Schmatzbewegungen), stereotype Bewegungen der Arme oder Beine, Sprachstörungen; vegetative Symptome, vermehrter Speichelfluss, Schweißausbruch, Tachykardie, Blutdruckanstieg; psychische Symptome wie Angst, Verwirrtheit, Gefühl der Entfremdung; allmähliches Ende des Anfalls 

Generalisierte Anfälle:
Petit- mal- oder Grand- mal-AnfälleAbsencen (des Kindesalters oder des Jugend- und Erwachsenenalters, Absence-petit-mal) Bewusstseinsstörungen ohne motorische oder vegetative Symptome, Dauer einige Sekunden bis zu einer Minute, Patient starrt in die Leere, reagiert nicht auf Anruf, evtl. mit Zittern der Augenlider. Kinder (4-14 Jahre) zeigen Rückwärtsbewegung des Kopfes und Aufwärtsbewegung der Augäpfel, Anfallsdauer 5-10 Sekunden (Pyknoleptische Absencen) 

Myoklonische Anfälle (Impulsiv-Petit-mal)
Manifestation vorrangig im Jugendalter (14.-17. Lebensjahr), Zuckungen der Arme und Beine, Arme werden oft ruckartig hochgerissen und die Finger gespreizt, Anfallsdauer 1-5 Sekunden in Serien

Myoklonisch-astatische Anfälle
Manifestation im Kleinkindalter möglich, kurzfristiges, sekundenlanges Erschlaffen des Muskeltonus mit Gefahr schwerer Stürze

Blitz-Nick-Salaam-Anfälle (Propulsiv-Petit-mal)
Manifestation vor allem im Säuglingsalter, blitzartige Zuckungen mit rascher Bewegung des Rumpfes nach vorn und Überkreuzen der Arme (Salaam-Bewegung)

Klonische Anfälle
Muskelzuckungen und heftige stereotype Bewegungen vorherrschend

Tonische Anfälle 
Muskelsteife und Bewegungsunfähigkeit als Hauptmerkmal

Grand-mal-Anfälle (tonisch-klonische Anfälle, Epilepsia major) 
Anfall in mehreren Phasen: Prodromalerscheinungen (Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schwäche, Unruhe, Verstimmungen), evtl. Aura (optische und akustische Halluzinationen), tonische Krampfphase mit Bewusstseinsverlust (Patient stürzt zu Boden, Verletzungsgefahr, Gefahr schmerzhafter Zungenbissverletzungen), nach Sekunden bis Minuten Übergang in die klonische Phase mit generalisierten Zuckungen (durch Mitbeteiligung der Zungenmuskulatur entsteht Schaum vor dem Mund, Urin- und evtl. Stuhlabgang), anschließend Terminalschlaf, bei Erwachsenen Kopf- und Muskelschmerzen

Sonderfälle:Status epilepticus
In schneller Folge sich wiederholende Anfälle ohne zwischenzeitliches Wiederlangen des Bewusstseins: beim Grand-Mal-Status im Abstand von 5 Minuten bis zu weniger als einer Stunde (Letalität 10 %); beim Petit-Mal-Status Anfallsdauer Stunden bis Wochen 

Spezielle Anfallssyndrome
Gelegenheitsanfälle z.B. Fieberkrampf, isolierte Anfälle, isolierter Status epilepticus durch akute metabolische oder toxische Hirnschädigung


Top-Arzneimittel

Basistherapie:

  • Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Weitgehende Alkoholkarenz
  • Vermeiden möglicher Auslöser

Medikamentöse Therapie:

Zur Behandlung stehen zwei Prinzipien zur Verfügung: Wiederherstellung des gestörten Gleichgewichts zwischen GABA und Glutamat und Stabilisierung des Membranpotentials durch Blockade spannungsabhängiger Innenkanäle.

Im verschreibungspflichtigen Bereich stehen dem Arzt heute zahlreiche Präparate zur Verfügung um die Epilepsie therapeutisch zu behandeln. Wir empfehlen nachfolgende Medikationen. Auf Grund der bundesdeutschen Gesetzgebung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist der Zugang hier nur Ärzten erlaubt.

Mehr unter Top-Arzneimittel (im geschützten Bereich): Epilepsie


Top-OTC-Präparate

Auf dem freiverkäuflichen Markt gibt es nur Präparate, die zur unterstützenden Therapie herangezogen werden können respektive mit dazu beitragen, Nebenwirkungen der verschreibungspflichtigen Arzneimittel zu verringern.

Wir empfehlen hier, sich gemäß dem entsprechenden Nebenwirkungsprofil bei den jeweiligen Top-OTC-Präparaten kundig zu machen.

Mehr unter Top-OTC-Präparate:  AbwehrsteigerungMagenbeschwerdenMangelzustände,NahrungsmittelergänzungSchmerzenStärkungsmittel bei Schwächezuständen


Top-Ärzte

Ihr Hausarzt empfiehlt Ihnen bei Bedarf einen Spezialisten in Ihrer Region.

Wir empfehlen:

    • Prof. Dr. Hans Christoph Diener, Essen
    • Prof. Dr. Reiner Benecke, Rostock
    • Prof. Dr. Ulrich T. Egle, Mainz
    • Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Berlin
    • Prof. Dr. Christian Erich Elger, Bonn
    • Prof. Dr. Heinz Reichmann, Dresden

Top-Kliniken

Wenn ein klinischer Aufenthalt notwendig wird, überweist Sie Ihr Facharzt an eine Einrichtung in Ihrer Region.

Wir empfehlen bei Epilepsie:

    • Zentrum Epilepsie an der Neurologischen Universitätsklinik Erlangen, unter der Leitung von Prof. Dr. H. Stefan
    • Epilepsiezentrum an der Abteilung für Psychiatrische Neurophysiologie der Psychiatrischen Universitätsklinik der LMU München, unter der Leitung von Dr. R. Spatz
    • Epilepsiezentrum am Neurozentrum der Universität Freiburg/Br., unter der Leitung von PD Dr. A. Schulze-Bonhage
    • Klinik für Epileptologie an der Universität Bonn, unter der Leitung von Prof. Dr. J. Bauer
    • Ruhr-Epileptologie an der Ruhr-Universität Bochum, unter der Leitung von Prof. Dr. J. Wellmer
    • Epilepsiezentrum an der Universitätsklinik für Neurologie II, Magdeburg, unter der Leitung von PD Dr. E. Düzel
    • Interdisziplinäres Epilepsiezentrum am Universitätsklinikum Gießen in Marburg, unter der Leitung von Prof. Dr. F. Rosenow
    • Zentrum für Präoperative Epilepsiediagnostik an der Neurologischen Universitätsklinik Greifswalde, unter der Leitung von Prof. Dr. U. Runge
    • Zentrum für Epilepsie am Vivantes Humboldt Klinikum Berlin, unter der Leitung von Prof. Dr. Bettina Schmitz
    • Epilepsiezentrum am Universitätsklinikum für Neurologie, Jena, unter der Leitung von PD Dr. G. Hagemann

Mehr unter Top-Kliniken: Epilepsie


Top-Fachmedien

Fachzeitungen:

    • Zeitschrift für Epileptologie
    • Aktuelle Neurologie
    • Der Nervenarzt
    • NeuroTransmitter
    • Der Neurologe & Psychiater

Fachbücher:

 

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