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Top-Arzneimittel / Alopezie

Alopezie

Diffuse herdförmige  oder totale Haarlosigkeit durch verstärkten Haarausfall. Zerstörung oder Funktionsstörung des Haarfollikels oder Ersatz des kräftigen Erwachsenenhaares durch zartes Flaumhaar. Reversibel oder irreversibel. Behandlungsindikation besteht bei einer behandlungsbedürftigen Grundkrankheit sowie erheblichem Leidensdruck.

Basistherapie:
  • Behandlung von Grundkrankheiten wie zum Beispiel Infektionen, Hormonmangel, Diabetes mellitus etc.
  • Behandlung von Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Seborrhöe, Entzündungen, Neurodermitis etc.
  • Behandlung des Leidensdruckes mit psychotherapeutischen Methoden
  • Verhaltenstherapie
  • Vermeiden des Auslösers, falls möglich
Medikamentöse Therapie:
 

Wir empfehlen:
Mittel der 1. Wahl - bei Männern und Frauen
Regaine Männer Lösung 1 ml Minoxidil 50 mg von McNeil CH
Zur Behandlung der androgenetischen Alopezie der Kopfhaut bei Männern. In der Mehrzahl der Fälle erfolgt durch die Behandlung eine deutliche Verlangsamung des Haarverlustes, wirkt die Therapie einem Fortschreiten der Glatzenbildung entgegen.
Regaine Frauen Lösung 20 mg Minoxil von McNeil CH
Zur Behandlung der androgentischen Alopezie bei Frauen. Die Therapie fördert das Haarwachstum und wirkt dem Fortschreiten der androgenetischen Alopezie entgegen.

Glucocorticoide: Unterdrückung der Autoimmunreaktion, antiinflammatorische Wirkung und Sekretionshemmung lysosomaler Enzyme. Extern lokale Anwendung von Lösungen mit Karison crinale Lösung® ( Clobetalso-17-propionat 0,05 %) 1-2 Monate tgl. dünn auftragen, Diporsone Lösung® (Betamethasondipropionat 0,064 %) im Anschluss an Clobetasol-Therapie 2-3 Monate tgl., Alpicort P® (Prednisolon 0,2 %, und Estradiolbenzoat 0,005 % und Salicylsäure 0,4 %) 1 x tgl., dann 2-3 x pro Woche, Ell-Cranell® dexa (Dexamethason 0,001 % und 17-a-Estradiol 0,015 %) 1 x tgl. , intern systemische Stoßtherapie mit Decortin® H (Prednisolon) 100 mg/Tag p.o., ausschleichend über 1 Woche.
  • Zink: adjuvante orale Therapie bei Alopecia areata. Unizink® (Zinkaspertat), Curazink® (Zinkhistidin) mindestens 1-2 x  15 mg Zink über 3 – 6 Monate
  • Dithranol: Syn. Cignolin, Anthralin. Lokale antiproliferative Wirkung durch das durch Lichteinfluss entstehend Anthralin-Radikal. Anwendung als Reiztherapie bei progredienter Alopecia areata zusätzlich zu einer systemischen Stoßtherapie mit Glucocorticoiden. Zunächst 2 %, dann 5 % auf die Läsionen auftragen, tgl. von 5 Minuten auf bis zu 2 Stunden steigern, einwirken lassen und dann abwaschen. Dauer der Therapie 3 Monate, bei Nachwachsen der Haare weitere 3 Monate. Psoralon® MT 2 % / 5 % Stift (Dithranol und Salicylsäure)
  • Diphenylcyclopropenon (DCP): Erzeugung einer allergischen Kontaktallergie bei schwerster Form der Alopecia areata, zunächst Sensibilisierung mit 2 % DCP ´über 24 Stunden, danach Erzeugung eines milden Ekzems nach 14 Tagen durch einmal wöchentliche Anwendung von 0,0001 – 0,5 % DCP auf der gesamten Kopfhaut.
  • Phototherapie: bei starker therapieresistenter Alopecia areata und Mucinosis follicularis. Bestrahlung mit künstlichen UV-B-Strahlen 305 – 315. Beginn mit 70-80 % der minimalen Erythemdosis, Steigerung von 10-30 % je Sitzung, 4-5 Sitzungen pro Woche über insgesamt ca. 6 Wochen.
  • Minoxidil: Therapie mit 5 %iger Lösung bei androgenetischer Alopezie im Tonsurbereich bei dunkelhaarigen Männern zwischen 18 und 49 Jahren. Regaine® Frauen 2 % oder Regaine® Männer 5 % (Minoxidil) 1 x tgl. über 6 Wochen.
  • Östrogene oder Antiandrogene: extern lokale Anwendung bei Alopecia androgenetica Ell-Cranell alpha® ( 17-Alpha-Estradiol) 1 x 3 ml tgl., nach Besserung jeden 2.-3-Tag; intern systemische Anwendung von Östrogenen und Antiandrogenen bei Alopecia androgenetica bei der Frau. Diane 35® (Ethinylestradiol mit Chlormadinonacetat) 1-21 Zyklustag.
  • Finasterid: 5-a-Reduktasehemmer, Verminderung der Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron. Einsatz bei frühen Stadien der Alopecia androgenetica bei Männern. Propecia® 1mg (Finasterid) über mindestens 6 Monate
Operative Methoden: wenn die medikamentöse Therapie erfolglos oder unbefriedigend war, dann ist eine Haarverpflanzung oder Hautinselverpflanzung möglich.
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