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Top-Arzneimittel / Angsterkrankungen

Angsterkrankungen

Situationsunangepasste Furcht, die sich seelisch in einem Gefühl der Bedrohung  und körperlich mit Symptomen  wie Zittern, Schweißausbrüche, Herzrasen, Luftnot, Schwindel oder Parästhesien zeigt. Bei Phobien besteht die Furcht vor bestimmten Situationen oder Objekten.

Einteilung der Angsterkrankungen:

Phobien:

  • Agoraphobie
    Furcht vor Fremden, Menschenmengen oder öffentlichen Plätzen mit oder ohne Panikstörung
  • Soziale Phobie
    Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere in kleineren Gruppen
  • Spezifische Phobie
    Furcht vor speziellen Situationen z.B. Höhenangst, Klaustrophobie oder Objekten z.B. Arachnophobie

Andere Angsterkrankungen

  • Panikstörung
    Unspezifisch wiederholt auftretende schwere Angstattacken mit ausgeprägter körperlicher Symptomatik
  • Generalisierte Angst
    Mindestens 6 Monate andauernde unspezifische Angst mit Befürchtungen, motorischer Spannung und vegetativer Übererregbarkeit
  • Angst und Depression gemischt
    Gleichzeitiges Bestehen leichterer Angst- und Depressionssymptomatik

 

Medikamentöse Therapie


Wir empfehlen:

Mittel der 1. Wahl
Trevilor retard 37,5 mg/- 75 mg/- 150 mg Retardkapseln von Wyeth Pharma. Zur Behandlung depressiver Erkrankungen mit begleitenden Angstzuständen, generalisierte Angststörungen, soziale Angststörungen, Panikstörungen mit und ohne Agoraphobie. 7 Retardkapseln 37,5 mg, 14 Retardkapseln 75 mg, 100 Retardkapseln 75 mg, 100 Retardkapseln 150 mg.
Weitere Informationen für den Arzt: hier


Die Indikation zur Therapie ist gegeben, wenn die psychosoziale Funktionalität  eines Patienten nicht mehr gegeben ist.

Basistherapie:
  • Aufbau einer tragfähigen Arzt-Patienten-Beziehung durch stützende Gespräche
  • Miteinbeziehen und Aufklärung der Angehörigen
  • Auswahl der für den Patienten richtigen Psychotherapie und Pharmakotherapie. Entspannungsverfahren, kognitive Therapie, konfrontative Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Therapie, Soziotherapie.
Medikamentöse Therapie:
  • Trizyklische Antidepressiva (TZA): Erhöhung der freien Konzentration von Noradrenalin und Serotonin im Gehirn  durch Wiederaufnahmehemmung der Neurotransmitter aus dem synaptischen Spalt, Blockade der H1-, ACh- und a1-Rezeptoren. Eingesetzt werden vor allem Imipramin und Clomipramin bei Panik- und generalisierten Angsterkrankungen. Die Wirkung setzt nach ca. 3 Wochen ein. Tofranil® (Imipramin) 75-200 mg, Anafranil® (Clomipramin) 75-200 mg.
  • Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) : Erhöhung der freien Konzentration von Serotonin im Gehirn. Einsatz bei Panik, generalisierter Angsterkrankung und sozialer Phobie.  Die Wirkung tritt nach ca. 3 Wochen ein. Cipramil® (Citalopram) 20-60 mg tgl., Cipralex® (Escitalopram) 5-20 mg tgl., Seroxat® (Paroxetin) 1x 20-60 mg tgl., Fluctin® (Fluoxetin) 1 x 20-80 mg tgl., Fevarin® (Fluvoxamin) 1 x 50-100 mg tgl., Zoloft® (Sertralin) 1 x 50-100 mg tgl.
  • Monoaminooxidaseinhibitoren (MAOI): Erhöhung der freien Konzentration von Monoaminen im Gehirn durch Hemmung ihres Abbaus. Einsatz zur Behandlung sozialer Phobien mit Wirkeintritt zwischen 1 und 3 Wochen. Aurorix® (Moclobemid) 2 x 150-300 mg, Jatrosom® (Tranylcypromin) 1-3 x 10 mg, stationär bis 60 mg.
  • Benzodiazepine: positive allosterische Modulation für g-Aminobuttersäure (GABA) durch Angriff am Benzodiazepinrezeptor zentraler Chloridkanäle führt durch Hyperpolarisation zu einer verminderten Erregbarkeit des ZNS. Wirkungen anxiolytisch, sedierend, antikonvulsiv, muskelrelaxierend. Die einzelnen Benzodiazepine unterscheiden sich in ihrer Pharmakokinetik. Tavor® (Lorazepam) 2-4 x 0,25-2,5 mg, stationär bis 10 mg, Tafil® (Alprazolam) 2-4 x 0,25-1 mg, Adumbran® (Oxazepam) 2-4 x 5-15 mg, stationär bis 150 mg tgl., Valium® (Diazepam) 2-4 x 1-5 mg, stationär bis 60 mg tgl., Lexotanil® (Bromazepam) 2-4 x 1,5 mg, stationär bis 24 mg tgl., Frisium® (Clobazam) 2-4 x 10 mg, stationär bis 60 mg tgl., Tranxilium N® (Nordazepam) 1 x 2,5-15 mg, Rivotril® (Clomazepam) 2-4 x 0,5-5 mg tgl.
  • Buspiron: partieller Agonist am 5-HT1A-Rezeptor, wirksam bei generalisierter Angsterkrankung. Bespar® (Buspiron) 3-4 x 5-15 mg tgl.
  • Opipramol: Antagonist an 5-HT2A-, H1- und D2-Rezeptoren und Ligand an d-Rezeptoren, bei generalisierter Angsterkrankung. Insidon® (Opipramol) 1-3 x 50-100 mg tgl.

 

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