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Magazine / Medizin + Kunst / Oldrich Kulhanek

Oldrich Kulhanek

Ihm gelang der künstlerische Durchbruch bereits in der 2. Hälfte der sechziger Jahre, doch nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei wurde Oldrich Kulhanek in seiner Heimat kaltgestellt. Erst am Beginn der neunziger Jahre konnte er wieder erfolgreich und uneingeschränkt künstlerisch arbeiten, gelangten seine Werke in international bedeutende Sammlungen, wurde Kulhanek zum sozialen und politischen Gewissen seiner Mitmenschen, der bereit war, Gewalt und Unrecht, Heuchelei und Doppelmoral, in seinen Arbeiten anzuprangern.

Hommage to Albrecht Dürer

Für ihn sind Gesichter nicht nur Spiegel der Zeit, sondern verkörpern auch den Ort, an dem sie leben. Er verbindet Dynamik und Expressivität mit Stille und Ruhe, sucht den hintergründigen, skurrilen Moment zu erfassen, um sein Werk gebührend in Szene zu setzen und den Betrachter aufgrund seines tiefschwarzen Humors in den Bann zu ziehen.
Oldrich Kulhaneks Schaffen spielt sich heute zwischen Prag und Antwerpen ab – in beiden Städten ist er zu Hause und – darauf aufbauend – fühlt sich der Künstler als Europäer mit tschechischen Wurzeln. Nationale Grenzen existieren für ihn nicht mehr und er ist längst zum Weltbürger geworden, der antrat, in der modernen Bildenden Kunst eine entscheidende Rolle zu spielen.

„Nicht für alles Geld der Welt...“, 1993

Wir sehen Oldrich Kulhaneks Werk im Spiegel der zeitgenössischen Kunst als eine großartige zeichnerische und graphische Aussage zu wichtigen Themen unseres täglichen Lebens. Kulhanek legt den Finger in die Wunden des Zeitgeschehens und wird dadurch zu einem herausragenden Chronisten des 21. Jahrhunderts.

Hommage à Pieter Brueghel, 1990

Seine Kunst hat viele Väter - glaubt Oldrich Kulhanek. Als Graphiker fühlt er sich von Albrecht Dürer beeinflusst, den er für den bedeutendsten Künstler Europas hält; darüber hinaus bewundert er die flämische Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts, fühlt sich von Werken Hieronymus Bosch, Pieter Breughels und Hans Memlings angezogen. Auch die Wiener Schule des Phantastischen Realismus übt auf ihn eine gewisse Faszination aus. Daß die tschechische Regierung Oldrich Kulhanek den Auftrag erteilte, die neuen Banknoten zu gestalten, war für ihn eine große Ehre, zeigte jedoch gleichzeitig, zu welchen herausragenden handwerklichen Tätigkeiten er als Zeichner und Graphiker fähig ist, die ihm als Basis für sein überzeugendes künstlerisch-kreatives Schaffen dienen.

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