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Top-Arzneimittel / Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung mit kontinuierlicher Ausbreitung und Ausbildung von Geschwüren der oberflächlichen Schleimhaut. Vermutlich autoimmun bedingte aufsteigende Entzündung der Dickdarmschleimhaut.    

Ernährung:
  • Keine rigiden Diätvorschriften, bei Stenosen ballaststoffarme Kost, bei Lactoseintoleranz lactosearm, bei Steatorrhoe fettarm und MCT-Fette.
  • Substitution von zweiwertigem Eisen p.o. ggf. Substitution von Vitaminen und Mineralien.
  • Enterale bilanzierte Ernährung bei mittleren bis schweren Schüben.
  • Perenterale Ernährung bei Ileus, toxischen Krankheitsbildern mit schwerster Malabsorption.
Medikamentöse Therapie:

Wir empfehlen: 
 
First-line-Therapie
Entocort , Wirkstoff Budesonid, Kapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung von Eisai
 Zur Behandlung des Morbus Crohn mit Beteiligung des Ileums und des Colon ascendens in folgenden Situationen: Schubtherapie des Morbus Crohn leichten bis mittelschweren Grades, Ersatz von Prednisolon bei steroidabhängigen Patienten Gilt als stark wirksames, gut verträgliches Steroid. 
Mehr Informationen für den Arzt:
hier

  • Mesalazin und Derivate: Claversal®, Salofalk® (Mesalazin) 3 x 500 mg p.o. bis zu 3 g tgl., Rezidivprophylaxe 3 x 250 mg, Klysmen 1 x 4 g + Azulfidine® , Colo-Pleon®(Sulfasalazin) 2 x 500 mg p.o., akut 3-4 g tgl., Rezidivprophylaxe 1,5-2 g tgl., Klysmen 1-3 g tgl., Dipentum® (Olsalazin) 2 x 500 mg p.o.; Pentasa Xtend.
  • Glucocorticoide: Unterdrückung der Autoimmunreaktion, antiinflammatorische Wirkung. im akuten schweren Schub und bei extraintestinalen Manifestationen. Beurteilung des Therapieerfolgs nach 7 Tagen. Rektale Anwendung als Klysmen oder Suppositorien, orale Gabe oder intravenöse Gabe. Betnesol®Rektal-Instillation (Betamethason)  1 x 5 mg, Entocort® (Budesonid) 1 x 2 mg, Colifoam® Rektalschaum (Hydrocortisonacetat) 1 x 2 g, Rectodelt® Zäpfchen (Prednison) 1 x 50-100 mg; Decortin®H (Prednisolon) initial 1 x 60 mg morgens, Urbason® (6-Methylprednisolon) initial 1 x 40 mg morgens, stufenweise auf Erhaltungsdosis übergehen; Solu-Decortin®H (Prednisolon) 1 x 100 mg i.v., Urbason® solubile  (6-Methylprednisolon) 1 x 40-80 mg i.v.
  • 6-Mercaptopurin und Azathioprin: blockiert die DNA- und RNA-Synthese und führt zu Chromosomenbrüchen. Imurek® (Azathioprin) 100-150 mg tgl.- p.o., Puri-Nethol® (Mercapropurin) 50-75 mg p.o.
  • Ciclosporin A: wirkt antiphlogistisch durch Hemmung der Transkriptionsfaktoren NF-AT und somit der Interleukin-2-Synthese. Außerdem Verringerung anderer Interleukine und Interferon-g. Therapiedauer 7 Tage. Sandimmun® (Ciclosporin A) 2,5-5 mg/kg i.v.
  • Octreotid: Somatostatinanalogon wird unterstützend eingesetzt. Sandostatin® nach klinischem Bild.
  • Escherichia coli Stamm Nissle 1917: zur Remissionsbehandlung bei Unverträglichkeit von Mesalazin. Mutaflor® (E.coli) 1-2 Kapseln tgl.
  • Antidiarrhoika: Imodium®, Lopedium® (Loperamid) maximal 4 x 2 mg tgl. p.o.
  • Opioide: bei starken Schmerzen und Durchfällen.
  • Weihrauchpräparate:  aus Boswellia serrata scheinen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ähnliche Wirkung wie Mesalazin und Derivate zu haben.
Kolektomie:
Bei Therapieversagen im fulminanten Schub, bei Vorliegen von Dysplasien.      
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