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Top-Arzneimittel / Depression

Depression

Die Depression (v. lat.: deprimere = „niederdrücken“) ist eine Erkrankung, die mit Niedergeschlagenheit sowie körperlichen und psychischen Störungen einhergeht. Sie kann episodisch oder andauernd auftreten. Sie wird zu den affektiven Störungen gezählt. Typische Symptome sind: Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Verdauungsstörungen. Ca. 5% der deutschen Bevölkerung leiden derzeit an einer behandlungsbedürftigen Depression. Die Krankheit verläuft in 50-80 % der Fälle in mehreren Phasen. Bei einer bipolaren Störung treten neben depressiven auch manische Phasen auf. Spezielle Formen sind wahnhafte Depression, saisonale Depression, larvierte Depression. 

Formen der Depression:
  • Unipolare Depression
    Sie ist die häufigste depressive Erkrankung. Der Patient hat nur depressive, aber keine manischen Phasen. Hauptsymptome sind: Morgentief, frühes Aufwachen, Schlafstörungen in der zweiten Nachthälfte und Niedergeschlagenheit.
  • Bipolare affektive Störung
    Die bipolare affektive Störung ist durch manische und depressive Phasen gekennzeichnet. Hauptsymptome manische Phase: übersteigertes Selbstverständnis. Überschätzen der eigenen Fähigkeiten. Hauptsymptome depressive Phase s.o.
  • Dysthymie
    Bei der Dysthymie sind die depressiven Symptome etwas weniger ausgeprägt als bei der unipolaren Depression. Sie beginnt oft schon im Jugendalter und verlauft chronisch, erstreckt sich über weite Lebensabschnitte.
  • Zyklothymie
    Bei der Zyklothymie, dem bipolaren Gegenstück zur Dysthymie, kommt es zu leichter ausgeprägten manischen und depressiven Phasen.
  • Winterdepression
    Von einer saisonalen Depression (SAD), Winterdepression, spricht man, wenn depressive Symptome alljährlich im Herbst oder Winter auftreten und im Frühjahr oder Frühsommer wieder verschwinden. Typisches Anzeichen ist die Energielosigkeit, weniger die depressive Verstimmung.
    Basistherapie:
  • Aufbau einer Arzt-Patienten-Beziehung
  • Erstellung eines individuellen Gesamtbehandlungsplans
  • Alltagsstrukturierung
  • Psychoedukation
  • Körperliche Aktivierung
  • Ggf. Maßnahmen zur Prävention von Suizidversuchen.
Somatische Behandlungsverfahren:
  • Lichttherapie
  • Schlafentzug
  • Elektrokrampftherapie
Psychotherapie:
  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Interpersonelle Therapie
  • Entspannungsverfahren
Medikamentöse Therapie:
Beeinflussung des Neurotransmitterstoffwechsels, Erhöhung der Monoamin- bzw. spezifisch der Serotoninkonzentration an zentralen Synapsen. Die Auswahl des Antidepressivums orientiert sich am klinischen Bild. Antriebssteigender Effekt, Sedierung und Nebenwirkungen setzen im Gegensatz zur antidepressiven Wirkung sofort ein und sind vor allem zu Behandlungsbeginn stärker ausgeprägt.

Tri- und tetrazyklische Antidepressiva:

Erhöhung der freien Konzentration von Noradrenalin und Serotonin im Gehirn durch Wiedeaufnahmehemmung der Neurotransmitter aus dem synaptischen Spalt. Blockade von H1-, Ach- und a1-Rezeptoren. Sedierende TZA: Saroten® (Amitriptylin) 150 mg tgl., Equilibrin® (Amitriptylinoxid) 150 mg tgl., Apronal® (Doxepin) 150 mg tgl., Ludiomil® (Maprotilin) 75-150 mg tgl., Tolvin® (Mianserin) 60-120 mg tgl., Stangyl® (Trimipramin) 150 mg tgl.; gering sedierende TZA: Anafranil® (Clomipramin) 150-225 mg tgl., Petylyl®  (Desipramin) 150 mg tgl., Tofranil® (Imipramin) 150 mg tgl., Nortrilen® (Nortriptylin) 150 mg tgl.

Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI): Wirkung initial antriebssteigernd, nach ca. 3-6 Wochen depressionslösend. Cipramil® (Citalopram) 20-60 mg tgl., Cipralex® (Escitalopram) 5-20 mg tgl., Fluctin® (Fluoxetin) 20-80 mg tgl., Fevarin® (Fluvoxamin) 50-100 mg tgl., Seroxat® (Paroxetin) 20-50 mg tgl., Zoloft® (Sertralin) 50-100 mg tgl.

Monoaminoxidaseinhibitoren (MAOI): Erhöhung der freien Konzentration von Monoaminen im Gehirn durch Hemmung deren Abbaus. Gering sedierende Antidepressiva: Aurorix® (Moclobemid) 2 x 150-300 mg tgl.,


Wir empfehlen:

Mittel der 1. Wahl 2008/2009, Jatrosom® N (Tranylcypromin), bei depressiven Störungen verschiedener Ursachen, auch bei therapieresistenten Depressionen.


Neuere Antidepressiva: sicherer bei Überdosierung und günstigeres Nebenwirkungsprofil. Cymbalta® (Duloxetin) 1-2 x 60 mg  tgl., Remergil® (Mirtazapin) 30-45 mg tgl., Edronax® (Reboxetin) 2 x 2-4 mg tgl., maximal 12 mg, Trevilor® retard (Venlafaxin) 150 – maximal 375 mg tgl., Vivalan® (Viloxazin) 2-3 x 100mg tgl., maximal 500 mg.

Lithium: zur Behandlung der Manie und zur Phasenprophylaxe manischer und depressiver Episoden. Quilonum retard® (Lithiumcarbonat) 1-3 x 225-450 mg tgl.

Carbamazepin, Valproat: zur Phasenprophylaxe bipolarer Störungen. Tegretal® (Carbamazepin) 2 x 400 –800 mg tgl., Ergenyl® (Valproat) 2-3 x 600-700 mg tgl.

Phytopharmaka:


Wir empfehlen:

Laif 900 überzogene Tabletten, Wirkstoff: Johanniskraut-Trockenextrakt, von Steigerwald
Zur Behandlung von psychovegetativen Störungen, depressiven Verstimmungen einschl. mittelschwerer Depression sowie Angst und nervöser Unruhe. Laif 900 ist seit dem 1. Oktober 2008 verschreibungspflichtig. Stark in der Wirkung, einfach in der Anwendung und sicher in der Verordnung. 


  • Laif 900®
  • Neurapas®  
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