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Top-Arzneimittel / Diabetes mellitus

Diabetes mellitus

Mehr als 5 Millionen Menschen sind in Deutschland an einem Diabetes mellitus erkrankt. Davon leiden etwa 90 % an einem Diabetes mellitus Typ 2. Diese Erkrankung stellt eine bedeutende gesundheitspolitische und individualmedizinische Herausforderung dar. Eine kaum noch überschaubare Fülle von Studien und Metaanalysen, Literaturübersichten und Empfehlungen liegen zur Behandlung des Diabetes vor. Leitlinien auf evidenzbasierter Grundlage versuchen Transparenz zu Wirksamkeit und Sicherheit der einzelnen Therapieansätze zu schaffen. Die Daten aus validen klinischen Studien sind nach Auffassung der Arzneimittelkommission an erster Stelle in therapeutische Entscheidungen einzubeziehen. Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, dass dabei immer der Individualfall berücksichtigt werden muss. Die vorliegenden Therapieempfehlungen konzentrieren sich vor allem auf die Behandlung mit Antidiabetika. Es ist jedoch immer auch ein besonderes Augenmerk auf die Prävention, Therapie von Folgeerkrankungen und Komplikationen zu richten.

Experten meinen, dass immer noch jeder dritte Diabetiker im Anfangsstadium übersehen wird oder erhöhte Blutzuckerspiegel nicht ernst genommen werden. Bei jeder Person über 45 sollte der Nüchternblutzucker alle zwei Jahre kontrolliert werden. Weitreichende Aufklärungsmaßnahmen und Schulungen sind dringend erforderlich.

Bei Babys kann mit einem Bluttest im Alter von zwei Jahren untersucht werden, ob sie Antikörper entwickeln, die den Ausbruch von Typ 2 Diabetes ankündigen.

Diabetes mellitus Typ 1
Häufigkeit: < 10 %
Ursache: Zerstörung der b-Zellen, Autoimmunerkrankung
Alter des Patienten: < 30 Jahren
Gewicht: Normal
Symptome: Polyurie, Polydipsie, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen

Diabetes mellitus Typ 2
Häufigkeit: > 90 %
Ursache: Entgleisung des Stoffwechsels durch andauernde übermäßige Nahrungsaufnahme
Alter des Patienten: >30 Jahren
Gewicht: Ca. 90 % übergewichtig, ca. 10 % untergewichtig
Symptome: Kaum Beschwerden, Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung, Neigung zu Dermatosen

Basistherapie:
  • Ernährungsumstellung
  • 6-7 kleinere Mahlzeiten
  • evtl. Gewichtsnormalisierung
  • körperliche Aktivität
  • möglicher Verzicht auf Alkohol
  • Prophylaxe des diabetischen Fußes
  • Patientenschulung
Medikamentöse Therapie:
  • Biguanide: Hemmung der aeroben Glykolyse, Hemmung der hepatischen Gluconeogenese, Verminderung der enteralen Glucoseresorption, Steigerung der Glucoseaufnahme im Fettgewebe und der Skelettmuskulatur, Erhöhung der Insulinsensitivität. Glucophage®, Mediabet® (Metformin) initial 1 x 500 mg, maximal 1 x 800 mg tgl.
  • a-Glucosidasehemmer: Hemmung der intestinalen a-Glucosidase, verringerte Resorption von Mono- und Disacchariden im Dünndarm. Glucobay® (Acarbose) 2-3 x 100 mg, maximal 3 x 200 mg tgl., Diastabol® (Miglitol) 3 x 50 mg bis maximal 3 x 100 mg tgl.
  • Sulfonylharnstoffe: Senkung des Blutzuckers durch Stimulation der endogenen Freisetzung von Insulin aus den b-Zellen. Euglucon® (Glibenclamid) 1 x 1,75 mg morgens, maximal 3 x 3,5 mg, Glutril® (Glibornurid) 1-3 x 12,5-25 mg tgl., Glurenorm® (Gliquidon) 1-3 x 15-30 mg tgl., Amaryl® ( Glimepirid) 1-3 x 1-3 mg tgl.
  • Inkretin-Mimetika:können bei Typ-2-Diabetes zusammen mit anderen oralen Antidiabetika angewendet werden, Byetta (Exenatide).
  • Glinide: kurzzeitige Stimulation der Freisetzung von Insulin aus den b-Zellen, schneller Wirkungseintritt, Einnahme 1-30 Minuten vor den Mahlzeiten. Novonorm® (Repaglinid) 3-4 x 0,5-4 mg tgl., Starlix® (Nateglinid) 3 x 60-120 mg tgl.
  • Glitazone: Senkung der Insulinresistenz durch Beeinflussung der Genexpression. Nur in Kombination mit Metformin oder Sulfonylharnstoffen. Avandia® (Rosiglitazon) 1 x 4-8 mg tgl., Actos® (Pioglitazon) 1 x 15-30 mg tgl.
  • Oraler DPP-4-Hemmer: Januvia® als Zusatztherapie zu Metformin oder einem Glitazon.
  • Insulin: Ersatz des vom Körper nicht ausreichend produzierten Insulins. Bei Typ-1-Diabetes einzige Therapie. Bei Typ-2Diabetikern Einsatz nach Sekundärversagen einer Therapie mit oralen Antidiabetika. Kombination Metformin + Insulin bei stark übergewichtigen Diabetikern, Sulfonylharnstoffe und Insulin bei eher normalgewichtigen Diabetikern. Unterschiedliche Insuline:

Wir empfehlen:

Insuman® - 2009 das Mittel der 1. Wahl bei der Behandlung des Diabetes mellitus Typ I und Typ II mit besonders raschem Wirkungseintritt. Insuman® gibt seit mehr als 80 Jahren eine individuelle Antwort auf die Therapie des Stoffwechsels und bietet eine bewährte und sichere Insulinbehandlung, wenn eine Insulinmedikation als First-line-Therapie angezeigt ist.

 

Insulinart
Wirkungseintritt
Wirkdauer
Insuman rapid® , 
Actrapid HM®
(Normalinsulin)
Nach 15-30 Min.
4-6 Stunden
Humalog® (Insulin lispro), 
Novo Rapid® (Insulin aspart)
sofort
2-3 Stunden
Insuman Basal®, 
Protaphan HM®
(Verzögerungsinsuline)
Nach 30-90 Min.
12-24 Stunden
Lantus® (Insulin glargin), 
Levemir® (Insulin detemir)
Nach 2-4 Stunden
> 24 Stunden
Actraphane HM 30/70®, 
Humalog mix 25®
(Mischinsuline)
Je nach Zusammensetzung
 

 

Exubera® (Humaninsulin) Anwendung durch Inhalation 1-3 mg
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