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Top-Arzneimittel / Harnwegsinfektionen

Harnwegsinfektionen

Als Harnwegsinfektionen bezeichnet man so genannte aufsteigende Infektionen, die meistens durch Bakterien, seltener durch Viren oder Pilze hervorgerufen werden. Andere Infektionen und Entzündungen des Urogenitalsystems können auch ohne den Nachweis von Erregern entstehen. Sie können in jedem Lebensalter auftreten, wobei Frauen im erwachsenen Alter deutlich häufiger betroffen sind als Männer.

Medikamentöse Therapie:

 
Wir empfehlen:
Mittel der 1.Wahl
Tavanic 250 mg/-500 mg Filmtbl., 5 mg/ml Infusionslösung von Sanofi-Aventis Deutschland
Zur Behandlung der kompl. Harnwegsinfektion
Siehe hier auch Pneumonie.
Weitere Informationen für den Arzt: hier

 
Die Antibiotikatherapie ist abhängig vom auslösenden Erreger. Eine Pyelonephritis muss meist mit einer Kombination verschiedener Antibiotika inklusive eines Aminoglykosids behandelt werden.
Cotrimoxazol: wirksam gegen die meisten Auslöser unkomplizierter Harnwegsinfektionen. Kepinol® (Cotrimoxazol) 2 x 960 mg über 14 Tage
 
Trimethoprim: Hemmung der bakteriellen Folsäuresynthese. Infectotrimet® (Trimethoprim) 2 x 100 mg über 3-10 Tage. Bei Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr 1 x 100 mg, danach 1 x 50 mg über mindestens 6 Monate, bei Rezidiven 1 Jahr
Penicilline und Cephalosporine der 3. Generation: Mittel der ersten Wahl bei Schwangeren. Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese grampositiver Keime (Penicilline) Cephalosporine der 3. Generation wirken auch auf gramnegative Keime. Infectomox® (Amoxicillin) 3 x 1g über 5-7 Tage, Panoral® (Cefaclor) 1-2 x 500 mg über 5-7 Tage
 
Nitrofurantoin: Harndesinfizierend. Uro-Tablinen® (Nitrofuantoin) 2 x 100 mg über 3-10 Tage, bei Rezidiven 1 x 50 mg 6 Monate bis 1 Jahr
 
Gyrasehemmer: Hemmung der bakteriellen DNA-Gyrase , bakterizid, breites Spektrum. Barazan® (Norfloxacin) 2 x 400 mg: Ciprobay® ( Ciprofloxacin) 2 x 100 mg: Uro-Tarivid® (Ofloxacin) 2 x 100 mg: Enoxor® (Enoxacin) 2 x 200 mg
 
Tetracycline: Hemmung der Proteinsynthese, bakteriostatisch, breites Erregerspektrum.
Vibramycin® (Doxycyclin) 2 x 100 mg über 7 Tage
 
Methionin oder Methenamin: Ansäuerung des Urins zur Infektionsprophylaxe. Acimethin® (Methionin) 3 x 500-1.000 mg tgl., Urotractan® (Methenamin) 2 x 1.000 mg tgl.
 
Standardisierte E.coli-Extrakte: sollen das Immunsystem bei rezidivierenden Harnwegsinfekten stimulieren. Uro-Vaxom® (E.coli-Extrakte) 1 x 1 Kapsel über 3 Monate, zur Auffrischung 3 x1 Kapsel über 10 Tage
 
Butylscopolamin und Anticholinergika: Erschlaffung der glatten Muskulatur bei krampfartigen Schmerzen und Harndrang. Buscopan® (Butylscopolamin) 3-5 x 10-20 mg, Detrusitol® (Tolterodin) 2 x 2 mg
 
Östrogene: zusätzlich bei postmenopausalen Frauen. Ovestin®, Oekolp® vaginal (Estriol), Linoladiol N® (Estradiol), Estring® (Estradiol)
 
Unterstützung in der Selbstmedikation:
  • Trinkmenge mindestens 1 Liter pro Tag
  • Regelmäßige, vollständige Blasenentleerung
  • Blasenentleerung nach dem Geschlechtsverkehr
  • Reinigung von Genital- und Analbereich
  • Vermeidung übertriebener Genitalhygiene
  • Vermeidung von Scheidendiaphragmen, Spermiziden
  • Wärme gegen Schmerzen
  • Vermeiden von Unterkühlung.
Aquaretika: Blasen- und Nierentees. Nephroselect®M, Harntee 400 TAD® (Schachtelhalmkraut), Carito®, Nephronorm®med (Orthosiphonblätter)
 
Pflanzliche Blasendesinfizentia: leicht desinfizierender Effekt. Arctuvan®N, Cystinol akut®Dragees (Bärentraubenblätter) maximal 4 x 120-200 mg

Kürbissamen und pflanzliche Spasmolytika: zur unterstützenden Therapie von Funktionsstörungen im Bereich der Blase. Granufink® Kürbiskern, Nomon®mono (Kürbissamen), Inconturina®SR (Goldrutenkraut).

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