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Sexualmedizin: Hormonspirale Mirena®

Veröffentlicht am Montag 27 Juni 2011 11:30:32 von aschilke
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Deutschland - Entwicklungsland in puncto Langzeitverhütung?

Einen deutlich höheren Stellenwert als in Deutschland hat die Langzeitverhütung in anderen Ländern. Drei Viertel der Frauen, die verhüten, nehmen bislang orale Kontrazeptiva ein und nur ein Viertel nutzt die Möglichkeit einer Langzeitverhütung. Innerhalb der Optionen zur Langzeitverhütung ist die Hormonspirale die am häufigsten eingesetzte Methode in Deutschland.

Im internationalen Vergleich steht Deutschland bei der Anwendungshäufigkeit der Hormonspirale an drittletzter Stelle - nur noch vor der Tschechischen Republik und Litauen -, wohingegen Frankreich, England und die skandinavischen Länder die Spitzenplätze bei der Akzeptanz belegen. Ein wesentlicher Grund dafür ist nach Ansicht von Dr. Matthias Krick aus Moers die Tatsache, dass hierzulande viel zu wenige Frauen über Langzeitverhütung informiert sind. Hier könnte der Gynäkologe Abhilfe leisten und aktiv über die Möglichkeit der Langzeitkontrazeption z.B. mit der Hormonspirale aufklären.

Umfassendes Informationsgespräch ist das A und O
Dies kann nach Krick nicht en passant in der Praxis geschehen. Für das Informationsgespräch muss man sich Zeit nehmen und der betreffenden Frau auch die auf den ersten Blick hoch erscheinenden Initialkosten von etwa 300 bis 400 Euro erläutern. "Man muss den Frauen klarmachen, dass diese Kosten praktisch auf fünf Jahre zu rechnen sind und die Hormonspirale damit sogar eine besonders preiswerte Form der Verhütung ist", betonte der Gynäkologe bei einem Pressegespräch von Bayer HealthCare in Leverkusen.

Beim Informationsgespräch sollten aus seiner Sicht die Vorteile der Hormonspirale deutlich gemacht werden. Hierzu gehört laut Krick unter anderem, dass die Frauen häufig leichtere oder bei ca. 20 Prozent der Anwenderinnen gar keine Monatsblutungen erleben und dadurch auch weniger damit verbundene Schmerzen sowie Blutverluste in Kauf nehmen müssen. Allerdings sollten die Frauen nach Ansicht des Gynäkologen auch auf mögliche Begleiterscheinungen wie etwa einen vorübergehender Schmerz beim Einlegen der Hormonspirale und eventuell auftretende Schmierblutungen in den ersten Wochen danach vorbereitet werden. "Wenn die Frauen vorher Bescheid wissen, wird diese Verhütungsmethode allgemein gut akzeptiert", so die Erfahrung des Frauenarztes.

Hohe Zufriedenheit mit der Hormonspirale
Entscheidet sich die Frau nach einem Informations- und Aufklärungsgespräch für die Insertion eines Levonorgestrel-Intrauterinsystems (Hormonspirale Mirena®), so ist laut Professor Dr. Thomas Römer aus Köln die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie mit dieser Form der Kontrazeption zufrieden sein wird. Das belegen die Ergebnisse der europäischen Mirena®-Zufriedenheitsstudie, die der Mediziner bei der Veranstaltung vorstellte. In der Erhebung, an der mehr als 8.000 Frauen aus 18 europäischen Ländern - darunter knapp 3.000 Frauen aus Deutschland - teilnahmen, erklärten 93 Prozent der Anwenderinnen, mit dieser Kontrazeptionsmethode zufrieden zu sein. 66 Prozent gaben laut Römer sogar an, sehr zufrieden zu sein.

Die Zufriedenheitsstudie (6.183 Erstanwenderinnen und 2.389 Zweitanwenderinnen wurden befragt) lieferte zugleich Daten zu der "durchschnittlichen Mirena®-Anwenderin": Diese lebt üblicherweise in einer Partnerschaft, hatte durch ihren Gynäkologen von der Möglichkeit der Langzeitverhütung erfahren und 79 Prozent schlossen eine Sterilisation als alternative Kontrazeptionsoption für sich aus. "Rund 60 Prozent der Frauen hatten zuvor orale Kontrazeptiva genutzt, 28 Prozent eine Kupferspirale und 22 Prozent hatten per Kondom verhütet", so Professor Römer.

55 Prozent der Frauen hatten vor der Anwendung der Hormonspirale Blutungsprobleme und 93 Prozent der Erstanwenderinnen und sogar 100 Prozent der Zweitanwenderinnen gaben eine deutliche Besserung nach Einsetzen der Hormonspirale an. Bemerkenswert an den Ergebnissen der Erhebung war nach Römer ferner, dass die Zufriedenheit der Frauen mit der Dauer der Anwendung der Hormonspirale sogar noch ansteigt und dass 91 Prozent der Anwenderinnen diese Form der Kontrazeption auch künftig nutzen wollen und sogar ihrer Freundin empfehlen würden.

Auf die Kommunikation kommt es an
45 Prozent aller Frauen würden sich für die Hormonspirale entscheiden - alleine bei Vorlage des Produktprofils mit allen Vor- und Nachteilen (GFK-Studie, 2010). Am Ende entscheidet die Art und Weise der Kommunikation nicht nur darüber, ob sich eine Frau dafür oder dagegen entscheidet. Vielmehr kann hier auch die Grundlage für eine langfristige Zufriedenheit gelegt werden. "Dabei ist in der Kommunikation z.B. auch die emotionale Situation der interessierten potentiellen Anwenderin zu berücksichtigen", betonte Professor Dr. Matthias Volkenandt aus München. Im Gespräch sollte man sich nach seinen Angaben als Arzt unbedingt bemühen, "mögliche Sorgen und Bedenken der Patientin wirklich zu hören und zu verstehen und das bevor Lösungen, Beschwichtigungen, Relativierungen und fachlich-wissenschaftliche Argumente dargelegt werden". Im Hinblick auf die Hormonspirale könnten Frauen zum Beispiel Bedenken wegen des Fremdkörpergefühls haben, sich Sorgen wegen möglicher Schmerzen machen oder die initialen Kosten dieser Verhütungsform scheuen.

Solche Bedenken müssen erspürt und erfragt werden, auch wenn noch so viel Zeitdruck den Praxisalltag bestimmt. "Solange Emotionen des Patienten nicht gehört und verstanden wurden, solange kommen fachliche Argumente nicht an", gab Volkenandt in Leverkusen zu bedenken. Er wies zugleich darauf hin, dass "gute Gespräche nicht länger dauern als schlechte Gespräche" und im Gegenteil oft dem Arzt sogar Zeit sparen, weil sie Enttäuschungen und Non-Compliance entgegenwirken und Vertrauen aufbauen.

Insertionstraining mit 3D-Simulation am Haptic Trainer
Das Einlegen der Hormonspirale können interessierte Gynäkologen mittels einer 3D-Simulation mit dem Haptic Trainer üben. Per Computersimulation wird den Ärzten dabei eine virtuelle haptische Umgebung vermittelt und es kann realitätsnah erprobt werden, worauf es bei der Einlage der Hormonspirale ankommt. "So lässt sich der Umgang mit dem System erlernen und perfektionieren", berichtete Michael Feile von Bayer HealthCare. Interessierte Gynäkologen, die mit dem Haptic Trainer üben möchten, sollten nach seinen Angaben hierzu den Außendienst des Unternehmens ansprechen.


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