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Sexualmedizin: Patientenpräferenz für Tadalafil in der ED * -Therapie

Veröffentlicht am Montag 05 September 2011 12:41:19 von aschilke
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Wunsch nach natürlicher und spontaner Sexualität ausschlaggebend

Welche Gründe können für Patienten ausschlaggebend sein, sich für ein Präparat zur Behandlung einer Erektilen Dysfunktion (ED) zu entscheiden? Diese Frage steht im Zentrum einer aktuellen Metaanalyse von Morales et al. 1 , die kürzlich beim siebten Lilly-Forum in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Ein Großteil der Teilnehmer verschiedener Präferenzstudien zur ED-Bedarfstherapie bevorzugte demnach Tadala- fil (Cialis ® ). Die Autoren gehen davon aus, dass die lange Halbwerts- zeit von 17,5 Stunden 2 und das damit verbundene Wirkzeitfenster von bis zu 36 Stunden 2 dem Patientenbedürfnis nach sexueller Flexibilität gut entsprechen können. In niedriger Dosierung kann Tadalafil auch für eine einmal tägliche Gabe verordnet werden, sodass die Wirkung – bei Ansprechen auf die Therapie und Erreichen eines konstanten Plasmaspiegels – jederzeit abrufbar ist. Dieses Wirkprinzip kommt modernen Patientenbedürfnissen entgegen, bestätigt Professor Dr. Hartmut Porst, Urologe aus Hamburg: „Die zeitliche Entkopplung der Sexualität von der Tabletteneinnahme ist für viele Männer von Bedeu- tung und entspricht dem Lebensstil zahlreicher Patienten. Diese Män- ner möchten eine Lösung, mit der sie ihre Sexualität wieder fast wie früher erleben können.“

Bei vergleichbarer Wirksamkeit und Verlässlichkeit stellt sich bei mehreren ED-Therapieoptionen die Frage, welche Kriterien für Arzt und Patient aus- schlaggebend bei der Entscheidung für ein bestimmtes Präparat sind. „We- sentlich sind meiner Erfahrung nach die Patientenbedürfnisse“, stellt Porst fest. „Je nach Lebensstil und Beziehungssituation muss individuell abgewo- gen werden, welche Behandlungsmöglichkeit am besten zu dem einzelnen Patienten passt.“

Dass bei einer ED-Therapie mit einem PDE 5-Inihibitor, der First-Line- Option 3 bei dieser Indikation, Natürlichkeit und Komfort in Bezug auf das Sexualleben eine große Rolle bei der Wahl eines Präparats spielen können, zeigte die aktuelle Auswertung von Morales et al. Die Autoren analysierten Studien der Jahre 2000 bis 2010, in denen die Patientenpräferenz für die verschiedenen ED-Bedarfsmedikationen in unterschiedlichen Studiendesigns4 miteinander verglichen wurde5 . Insgesamt konnten neun6,7,8,9,10,11,12,13,14 Untersuchungen berücksichtigt werden, in denen mindestens zwei PDE 5-Hemmer direkt miteinander verglichen wurden. Tadalafil war dabei Untersuchungsgegenstand aller Studien. Ziel war es, Faktoren zu eruieren, die die Patientenpräferenz für ein Präparat beeinflussen kön- nen.

Tadalafil von Patienten bevorzugt
Die Auswertung der einzelnen Untersuchungen zeigte, dass je nach Studie 52 bis 65 Prozent der Teilnehmer Tadalafil bevorzugten (versus 8 bis 30 Prozent Sildenafil- und 12 bis 20% Vardenafil-Präferenz). Wurden Patienten im Verlauf der Studien mit verschiedenen Präparaten behandelt oder be- kamen die Möglichkeit, zwischen den Produkten zu wechseln, entschieden sich 66 bis 90 Prozent, ihre ED-Therapie mit Tadalafil fortzusetzen oder von einem anderen PDE 5-Hemmer auf Tadalafil zu wechseln. Wahrscheinliche Ursachen der Bevorzugung von Tadalafil sehen die Autoren in dem längeren Wirkzeitfenster von bis zu 36 Stunden 2 , das Patienten die Möglichkeit geben kann, ihre Sexualität flexibler zu leben.

Patientenbedürfnisse als wichtige Säule der ED-Therapie
Morales et al. kommen zusammenfassend zu der Einschätzung, dass die individuelle Therapieentscheidung durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden kann. Dazu zählen die Merkmale der einzelnen PDE 5-Hemmer (Wirksamkeit, Wirkeintritt, Verlässlichkeit), aber auch die individuellen Charakteristika und Bedürfnisse des Patienten und seiner Partnerin. Professor Porst unterstreicht diese Aussagen: „Eine für den Patienten zufriedenstelende ED-Therapie ist nicht nur von der Pharmakokinetik eines Präparats abhängig. Meiner Erfahrung nach sollte beispielsweise stets der Beurteilung der Partnerin Bedeutung beigemessen werden. Ist es doch meist sie, die den ausdrücklichen Wunsch an den Mann richtet, sich wegen seiner ED in ärztliche Behandlung zu begeben.“ Dass auch die Partnerinnen Tadalafil bevorzugen, wenn Erfahrungen mit mehreren PDE 5-Hemmern gemacht wurden, stellten Morales et al. mit Bezug auf eine weitere Studie 15 ebenfalls heraus. Auch für die Frauen waren die Faktoren Spontaneität und Natürlichkeit in Bezug auf das Sexualleben des Paares entscheidend.

Der Wunsch nach einem flexiblen Sexualleben, das zeitlich nicht unmittel- bar an die Einnahme eines Medikaments gekoppelt ist, begegnet auch Professor Porst immer wieder in der Praxis: „Mit der Erweiterung des Therapiespektrums um die einmal tägliche Gabe von Tadalafil kann ich diesem Bedürfnis inzwischen noch besser entgegenkommen.“


1 Morales AM et al. Int J Imp Res 2011; 21: 1-8.
2 Fachinformation Cialis ® . Februar 2011.
3 Hatzimouratidis K Eur Urol, 2010, 57, 804-814.
4 Zwei randomisierte, doppelt-verblindete, drei Open-Label- und eine Beobach- tungsstudie verglichen Tadalafil versus Sildenafil. Alle drei PDE 5-Hemmer wur- den in einer randomisierten, einer Open-Label- und einer Beobachtungsstudie un- tersucht.
5 Eingeschlossen wurden ausschließlich Studien, die in Peer-Review-Zeitschriften veröffentlicht wurden.
6 Govier F et al. Clin Ther 2003; 25: 2709-2723.
7 Von Keitz A et al. Eur Urol 2004; 45: 499-507.
8 Eardley I et al. BJU Int 2005; 96: 1323-1332.
9 Ströberg P et al. Clin Ther 2003; 25: 2724-2737.
10 Ahn TY et al. Asian J Androl 2007; 9: 760-770.
11 Lee J et al. BJU Int 2006; 98: 623-629.
12 Tolrà JR et al. J Sex Med 2006; 3: 901-909.
13 Ströberg P et al. Eur Urol 2006; 49: 900-907.
14 Hatzichristou D et al. J Clin Pract 2007; 61: 1850-1862.
15 Conalgen HM et al. J Sex Med 2008; 5: 1198-1207.


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