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Politik: Bayer beantragt US-Zulassung neues Hämophilie A Arzneimittel

Veröffentlicht am Samstag 27 Dezember 2014 10:27:41 von aschilke
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Bayer HealthCare hat die Zulassung als biotechnologisches Arzneimittel (BLA) für BAY 81-8973, einem rekombinanten Faktor VIII, zur Behandlung der Hämophilie A bei Erwachsenen und Kindern bei der US-Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) beantragt. BAY 81-8973 ist ein weiterentwickelter rekombinanter Faktor VIII (rFVIII), der in klinischen Studien eine wirksame Prophylaxe sowohl bei zwei- als auch bei dreimaliger Gabe pro Woche in üblicher Dosierung zeigen konnte. Erst kürzlich wurde die Zulassung für BAY 81-8973 in der Europäischen Union beantragt und in den kommenden Monaten soll das für weitere Länder erfolgen.

"Daten aus unserem umfangreichen klinischen Programm LEOPOLD sprechen dafür, dass BAY 81-8973 eine wichtige neue Behandlungsoption für Menschen mit Hämophilie A werden könnte", sagte Dr. Jörg Möller, Mitglied im Executive Committee von Bayer HealthCare und Leiter der Globalen Entwicklung. "Unser Ziel ist es, das Leben von Menschen mit Hämophilia A zu verbessern, deshalb werden wir auch weiterhin in die Forschung und Entwicklung innovativer Medikamente investieren."

Der Zulassungsantrag basiert auf den positiven Ergebnissen von drei klinischen Studien der Phase III bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern mit insgesamt 204 Teilnehmern. Die Studie LEOPOLD II belegte für BAY 81-8973 die therapeutische Überlegenheit der Prophylaxe gegenüber einer Blutungsbehandlung nach Bedarf. Die Ergebnisse zeigten bei der prophylaktischen Anwendung eine Verminderung der medianen jährlichen Blutungsrate (annualized bleeding rate oder ABR) um 93,3 Prozent bei der zweimal wöchentlichen Injektion und um 96,7 Prozent bei der dreimal wöchentlichen Injektion im Vergleich zu den Patienten, die nur nach Bedarf behandelt wurden. Die Patienten wurden in dieser Studie nach dem Zufallsprinzip auf drei Behandlungsgruppen verteilt. In den Prophylaxe-Gruppen (zwei- bzw. dreimalige Gabe pro Woche) lagen die medianen jährlichen Blutungsraten bei vier bzw. zwei. In der Gruppe mit Behandlung nach Bedarf lag der Median bei 60 Blutungen im Jahr. In beiden Prophylaxegruppen konnte dabei mit einer Dosierung von 20-40 IU/kg eine adäquate Blutungskontrolle aufrechterhalten werden. Bei der Behandlung nach Bedarf gelang eine Blutungskontrolle in 95 Prozent der Fälle nach einer oder zwei Injektionen.

Insgesamt war die Rate der behandlungsbedingten Nebenwirkungen gering und es wurde kein Auftreten von Hemmkörpern beobachtet. In einer Studie mit 51 bereits vorbehandelten Kindern unter 12 Jahren zeigte BAY 81-8973 bei der Prophylaxe (zwei- oder dreimal wöchentlich oder alle zwei Tage) eine gute Wirksamkeit ohne Bildung von Hemmkörpern. Eine weitere klinische Studie mit bisher noch unbehandelten Patienten läuft derzeit noch. Die Studienergebnisse von LEOPOLD II hat Bayer im Mai 2014 auf dem Weltkongress der WFH (World Federation of Hemophilia) vorgestellt.


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