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Allgemeinmedizin: Rat und Hilfe bei Alkoholproblemen

Veröffentlicht am Dienstag 25 Februar 2003 16:34:51 von aschilke
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Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung präsentiert Broschüre für Menschen mit Alkoholproblemen

Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig, Alkoholmissbrauch liegt bei rund 2,5 Millionen Menschen vor. Insgesamt trinken mindestens 9 Millionen Bundesbürger so viel Alkohol, dass Sie ihre Gesundheit damit ernsthaft gefährden. Eine Gesundheitsgefährdung besteht bereits dann, wenn die Grenze zum riskanten Alkoholkonsum überschritten ist. Nach internationaler Übereinkunft liegt ein riskanter Alkoholkonsum vor, wenn die durchschnittliche tägliche Alkoholmenge bei Frauen 20 g Alkohol und bei Männern 30 g reinen Alkohol überschreitet: Diese Menge entspricht etwa 3 (kleinen) Gläsern alkoholhaltiger Getränke pro Tag bei Männern bzw. 2 Gläsern pro Tag bei Frauen.

Die volkswirtschaftlichen Kosten aufgrund alkoholbedingter Krankheiten werden auf rund 20 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Ca. 42.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen des Alkoholkonsums, bedingt durch Alkoholmissbrauch und alkoholbedingte Unfälle. Neben dem Rauchen sind Alkoholprobleme damit eines der verbreitetsten Gesundheitsprobleme in Deutschland überhaupt.
Für Betroffene mit Alkoholproblemen hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jetzt eine neue Broschüre entwickelt. Unter dem Titel „Alkoholfrei leben?! - Rat und Hilfe bei Alkoholproblemen“ beschreibt diese Informationsschrift die Vielfalt an Hilfsangeboten, an die sich Menschen mit Alkoholproblemen wenden können. Noch immer besteht die Vorstellung, dass erst eine schwere Alkoholabhängigkeit vorliegen muss, bevor Hilfsangebote in Anspruch genommen werden können und dass eine Alkoholabhängigkeit ausschließlich in einer Suchtklinik therapiert werden kann. Betroffene wissen oft zu wenig, wie verschieden die Wege zur Überwindung von Missbrauch und Abhängigkeit tatsächlich sind und wie flexibel das bestehende Hilfsangebot genutzt werden kann. Die Broschüre gibt einen praxisnahen Einblick in den Ablauf von Beratung und Therapie. Auch betroffene Menschen berichten, wie sie ihr Problem Alkohol überwunden haben. Sie wollen damit denjenigen Mut machen, die bislang aus Scham und Angst ihre Alkoholprobleme nicht angegangen haben.

Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit stehen häufig am Ende einer Entwicklung, die bereits in jungen Jahren beginnt. Insgesamt ist der Alkoholkonsum in der Altersgruppe der 12- bis 25Jährigen in den letzten drei Jahrzehnten zwar zurückgegangen, wie die Drogenaffinitätsstudie 2001 der BZgA zeigt; bei den älteren Jugendlichen zwischen 16 bis 25 Jahren entwickeln sich allerdings bereits feste Trinkgewohnheiten: Etwa 40 Prozent trinken regelmäßig, d.h. mindestens einmal pro Woche Alkohol. Besorgniserregend ist vor allem der tägliche Alkoholkonsum und die dabei aufgenommene Alkoholmenge: 25 Prozent der 18 bis 24jährigen Männer und 12 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe konsumieren durchschnittlich pro Tag mehr als 30 bzw. 20 g reinen Alkohol. Sie weisen damit schon in jungen Jahren einen riskanten Alkoholkonsum auf.

Um insbesondere Jugendliche auf die negativen Folgen eines riskanten Alkoholkonsums aufmerksam zu machen und sie für einen risikoarmen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken zu sensibilisieren, führt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit zahlreichen Kooperationspartnern die Jugendkampagne „Bist du stärker als Alkohol“ durch. Die Kampagne konzentriert sich zur Zeit auf die Reduzierung des Alkoholkonsums auf Jugendreisen. Hierzu wird im Rahmen der „Sommerkampagne 2003“ auch in diesem Jahr wieder eine Vielzahl an Aktivitäten durchgeführt.

Medienangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Alkoholprävention:

„Alles klar“ - Tipps und Informationen für den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol
Leser der Broschüre können anhand eines Tests selbst klären, ob sie einen risikoarmen, riskanten, schädlichen oder abhängigen Alkoholkonsum aufweisen. Die Broschüre zeigt konstruktive Wege auf, wie Menschen riskante Trinkgewohnheiten dauerhaft verändern können. Weiterer wichtiger Baustein zur Selbsthilfe sind Hinweise zu Entspannungstechniken, zum Umgang mit Konflikten sowie ergänzende Beratungs- und Hilfsangebote.

„Alkoholfrei leben“ - Rat und Hilfe bei Alkoholproblemen
Die Broschüre wendet sich an Menschen mit Alkoholproblemen. Sie will ihnen helfen bestehende Hindernisse zu überwinden, indem sie die Vielfalt der bestehenden Hilfsangebote vorstellt, in Beratung und Therapie Tätige zu Wort kommen lässt und Berichte von Menschen aufzeigt, die selbst das Problem Alkohol überwunden haben.

Speziell für Jugendliche!!!
„Das nasse Blatt“ 2002/2003
Jugendliche erhalten in dieser Jugendzeitung Informationen rund um die Themen Alkohol und Auswirkungen auf ihren Körper, Alkohol und Straßenverkehr und Alkohol und Sex. Außerdem können sie anhand eines Testes ihr Wissen über Alkohol prüfen.

„Auf dein Wohl, mein Kind“
Die Broschüre gibt einen Überblick über die Folgen des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft und soll werdende Eltern zu einer sorgfältigen Überprüfung des eigenen Alkoholkonsums anregen. Neben Tipps zur Bewältigung kritischer Konsumsituationen werden Möglichkeiten zur Änderung des Trinkverhaltens aufgezeigt.

Alle Medien sind kostenfrei und können unter folgender Adresse bestellt werden:


Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
51101 Köln
Fax: 0221-8992257
e-mail:
order@bzga.de
www.bist-du-staerker-als-alkohol.de
www.drugcom.de


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