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Sexualmedizin: Erektionsstörungen sind ein ernstzunehmendes Problem

Veröffentlicht am Mittwoch 01 April 2015 11:10:57 von aschilke
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Von Prof. Dr. med. Frank Sommer

Erektile Dysfunktion (ED) galt bis weit in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts als schwer therapiefähig oder sogar nicht heilbar. Wir mussten ihren Status als ernste Erkrankung in der Männergesundheit erst erkämpfen.

Hier drei Meilensteine in der revolutionären Entwicklung der ED-Therapie:
1983: Dr. Gilles Skey Brindley revolutionierte die Sexualmedizin 1983 auf dem amerikanischen Urologen-Kongress in Las Vegas. Dr. Brindley wählte eine sehr ungewöhnliche wissenschaftliche Präsentation. Er hatte durch skatten (SKAT: Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie) eine künstliche medikamentöse Erektion erzeugt und präsentierte sie dem wissenschaftlichen Publikum – sichtbar in seiner Jogginghose.
1998: Ein weiteres Highlight war die Einführung der blauen Wunderpille Viagra® im Jahr 1998. Wie ist man eigentlich auf diese Wunderpille gekommen? Durch Zufall! 1992 wurde eine klinische Untersuchung mit Viagra als Herzmedikament durchgeführt. Die meisten männlichen Studienteilnehmer weigerten sich nach Beendigung der Studie die Medikamente zurückzugeben. Auf Nachfrage der Studienbetreuer stellte sich dann heraus, dass die Männer von einer signifikant verbesserten Erektionsfähigkeit berichteten.
2014: Das dritte Highlight in der Therapie der erektilen Dysfunktion ist die Einführung eines topischen Alprostadil-Präparates. Mit Vitaros® HEXAL® gibt es nun die erste Möglichkeit, mit einer topisch aufzutragenden Creme Erektionen zu induzieren.

Erektionsstörungen sind ein ernstzunehmendes Problem, das jeder Mann im Auge behalten sollte. Sie können auf verschiedene Erkrankungen hinweisen und sollten von der Ärzteschaft als Früherkennungsindikator genutzt werden. Zum Beispiel für ein erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko.

In zahlreichen Studien wurde belegt, dass arteriell bedingte Erektionsstörungen als erstes Anzeichen für koronare Herz-Erkrankungen auftreten können – und das bereits vier bis zehn Jahre vor einem koronaren Ereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Der Penis ist somit - salopp gesagt - die Antenne des Herzens. Dieser wichtige Zusammenhang wird noch viel zu selten zur Früherkennung genutzt. Jeder Mann mit Erektionsstörungen sollte einer penilen Doppler-Duplex-Sonographie unterzogen werden – eine Untersuchung, die Leben retten kann. Liegen arterielle Veränderungen der penilen Gefäße vor, weisen sie auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko hin. Hier muss die interdisziplinäre Männermedizin greifen und rechtzeitig reagieren, so dass es weder zum Herzinfarkt noch zum Schlaganfall kommt. Für eine erfolgreiche Therapie und Heilung von Erektionsstörungen ist eine genaue und zutreffende Diagnose unerlässlich. Mittlerweile ist man diagnostisch so weit, dass man die Ursache jedes einzelnen Mannes für seine Erektionsstörung feststellen kann. Neben der erwähnten farbkodierten penilen Doppler-Duplex-Sonographie, stehen verschiedene Biothesiometrien (Nervenmessungen), die Evaluation der Beckenbodenmuskulatur durch das EMG, eine spezielle Untersuchung zur Darstellung der Gewebszusammensetzungen – um einige wichtige Verfahren zu nennen – zur Verfügung.


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