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Allgemeinmedizin: Die wirtschaftlichsten Verordnungen auf dem Arzneimittelsektor

Veröffentlicht am Sonntag 18 August 2002 14:46:56 von rschilke
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Der allgemeine Kostendruck auf die niedergelassenen Ärzte nimmt immer weiter zu und verschiedenste Gruppen versuchen sie in ein Korsett zu zwingen, welches allein die schnelle Einsparung im Auge hat. Gerade bei der sicherlich wichtigsten Therapieform - dem Arzneimittel - wird hier eine einfache Formel angewandt, billig gleich besser. Dies ist weder unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten richtig, noch entspricht sie der Pflicht des Arztes zur optimalen Behandlung.

Viel zu wenig wird der Öffentlichkeit vor Augen geführt welche verheerenden Auswirkungen diese Kostenschraube für die medizinische Versorgung und die einwandfrei Therapie hat. Das beginnt schon bei der zunehmenden Verunsicherung der Ärzte, die in Hinblick auf Regresse und Budgetkürzungen bewährte Methoden aufgeben und zu „billigeren“ Varianten greifen, die Ihnen vorgeführt werden, damit aber einen Wust an Folgekosten und Arbeitsausfälle produzieren können.

Die Politik sieht Arzneimittel als reinen Kostenfaktor !

Für die Politik ist das Arzneimittel ein reiner Kostenfaktor, der reduziert werden muss. Aber Arzneimittel allein als Kostenfaktor zu sehen, greift zu kurz, denn Medikamente führen einerseits zu einer besseren medizinischen Versorgung – ohne sie wären die heutigen Therapieerfolge nicht denkbar -, andererseits sind durch den Einsatz von Pharmaka auch große finanzielle Ersparnisse möglich.

Auch aus den Vereinigten Staaten kommt ein klares Signal –Kostensenkung kann nur mit richtiger Arzneimittelvergabe erreicht werden !

In den Vereinigten Staaten hat man  inzwischen festgestellt, dass ein Dollar Mehrausgabe für Arzneimittel zwei Dollar Krankenhauskosten einspart. Diese Feststellung ist nahtlos auf Deutschland übertragbar, denn hier gelten die selben Kriterien, welche drüben zu dieser Einsicht führten. Ebenso wie in der USA sind Krankenhauskosten und längere Arbeitsunfähigkeit weit höhere Kostentreiber, als jeder gezielte Arzneimitteleinsatz.

Der Grundsatz ist klar: Effektivität ist entscheidend !

Es kann nicht oft genug wiederholt werden, der entscheidende Faktor beim Einsatz eines Medikamentes muss immer dessen Effektivität sein. Es wäre bedeutend sinnvoller, nachvollziehbare Gesundheitsökonomie zu praktizieren und hier auf die Effektivität einer Arznei zu setzen, anstatt durch sogenannte Sparmaßnahmen die Therapie  - auf Dauer gesehen – für den Arzt und Patienten finanziell unüberschaubar zu gestalten, weil der Einsatz eines wirkungsvollen Medikaments auf den ersten Blick zu teuer erscheint.

Gerade die Verordnung häufig billiger, nicht therapieeffizienter Arzneimittel erreicht heute schon mehr als 30 Prozent des bundesdeutschen Verordnungsspektrums; diese Non-Compliane verursacht unnötige Heilkosten in Millionenhöhe, die letztendlich wieder die Gemeinschaft tragen muss.

Letztendlich ist der verschreibende Arzt in der Pflicht !

Aus diesen Gründen ist die Wahl des richtigen effektiven Medikaments durch den Arzt sine qua non. Welches Mittel letztendlich das wirtschaftlichste ist, ist nicht offensichtlich. Der Preis kann dabei durchaus ein  Anhaltspunkt sein, jedoch nur bei wirklich gleichwertigen Mitteln einwandfreie Aussagen bieten. Ebenso wichtig wie der Preis ist für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Medikaments die Effektivität, die Verträglichkeit, die Compliance, sowie die Dauer der Therapie. Daneben spielen aber auch die möglichen Nebenwirkungen  eine nicht zu vernachlässigende Rolle. In der Summe der richtigen Beurteilung und Berücksichtigung all dieser Elemente liegt die Kunst der optimalen Verordnung. Häufig wird dies mit getragen von begleitenden nicht medikamentösen Therapien, die den Patienten einbeziehen und den Behandlungserfolg unterstützen, ohne weitere Kosten zu verursachen.

Aus diesem Grund muss jeder Arzt sein Verordnungsspektrum gewissenhaft überdenken und, wenn nötig, einen Wechsel zu anderen Arzneimitteln oder Packungsgrößen, Darreichungsformen und Wirkstärken vornehmen. Hier wird der behandelnde Arzt allein in der Entscheidungsfindung gefordert, für die er sowohl moralisch wie juristisch einstehen muss.

Da jeder niedergelassene Arzt bei der Auswahl der wirtschaftlichsten Verordnung Unterstützung benötigt, hat unsere medizinische Redaktion im folgenden einige wichtige Präparate ausgewählt und dargestellt um dem Arzt Empfehlungen zu geben, die aus unserer Sicht gerechtfertigt sind und ihm bei seiner Entscheidungsfindung helfen können.

Die Ergebnisse der Untersuchungen unserer medizinischen Redaktion resultieren auf ausgewerteten Daten der Roten und Gelben Liste, des aktuellen Arzneimittelreportes, neuster Studien und Publikationen, sowie Erfahrungswerten aus Klinik und Praxis.


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