medicinebook.de

medicinebook - Medizinbuch - das Healthcareportal

Sexualmedizin: Erektile Dysfunktion bei Diabetikern – Therapie mit Sildenafil

Veröffentlicht am Donnerstag 08 August 2002 12:53:58 von aschilke
Dieser Artikel wurde von Anonymous mitgeteilt
medizin.gifGünstiger Begleiteffekt auf die Endothelfunktion Bei zwei Dritteln der Diabetiker tritt eine Erektile Dysfunktion auf und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich. Die jährliche Inzidenz der Erektilen Dysfunktion ist bei Diabetikern im Vergleich zu Nicht-Diabetikern um das zweifache erhöht, denn das Risiko für eine ED ist vor allem durch die zahlreichen Begleiterkrankungen und Komplikationen des Diabetes mellitus gesteigert.
Günstiger Begleiteffekt auf die Endothelfunktion Bei zwei Dritteln der Diabetiker tritt eine Erektile Dysfunktion auf und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich. Die jährliche Inzidenz der Erektilen Dysfunktion ist bei Diabetikern im Vergleich zu Nicht-Diabetikern um das zweifache erhöht, denn das Risiko für eine ED ist vor allem durch die zahlreichen Begleiterkrankungen und Komplikationen des Diabetes mellitus gesteigert. Sildenafil, Viagra®, ist unter den zur Verfügung stehenden pharmakotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten hinsichtlich Wirksamkeit und Nebenwirkungen die mit Abstand am besten dokumentierte Substanz. Dieser kompetetive und selektive Inhibitor der cyclischen Guanosine Monophospate (cGMP) Posphodiesterase Typ 5 (PDE 5) hemmt den Abbau von cGMP. Die GMP-spezifische PDE5 kommt im corpus cavernosum, in der glatten Gefäßwandmuskulatur und in den Thrombozyten vor. Sildenafil verstärkt die Wirkung verschiedener Faktoren, die die Produktion von cGMP durch Aktivierung der Guanylat Zyklase stimulieren. Die Relaxation des Corpus cavernosum wird über nichtadrenerge und nichtcholinerge Neurone gesteuert, deren Wirkung durch NO und cGMP vermittelt wird. Im menschlichen Corpus cavernosum kommt die Phosphodiesterase vom Typ 5 am häufigsten vor. Sildenafil bewirkt als selektiver Inhibitor der PDE-5 eine NO-vermittelte Vasorelaxation im Corpus cavernosum und verstärkt dadurch die physiologische, durch sexuelle Reize vermittelte Erektion. Die Wirksamkeit von Sildenafil wurde in zahlreichen kontrollierten Multicenterstudien nachgewiesen und dokumentiert. Im Rahmen einer Auswertung von 11 kontrollierten Studien mit 152 Typ-1 Diabetikern und 822 Typ-2-Diabetikern im Vergleich zu 1.693 Nicht-Diabetikern lagen die Anteile der Patienten mit verbesserter Erektion bei jeweils 61 % für Typ-1 und Typ-2-Diabetiker gegenüber 77 % bei Nicht-Diabetikern. Sildenafil ist somit eine wirksame und gut verträgliche Substanz in der Therapie der ED bei Männern mit Diabetes. Durch das Endothel werden der Gefäßtonus, die antithrombotischen und antiadhäsiven Eigenschaften der Gefäßwand und die Gefäßpermeabilität moduliert. Kommt es zu Störungen, dann spricht man von einer endothelialen Dysfunktion, die als früher Marker bei kardiovaskulären Erkrankungen angesehen wird. Eine Verbesserung der Endothelfunktion kann daher eine therapeutische Option mit dem Ziel der Prävention der Atherosklerose darstellen. Die akute Gabe von Sildenafil bei Patienten mit ED und begleitender Herzinsuffizienz führte zu einer Verbesserung der Endothelfunktion. Da bei Diabetes-Patienten häufig eine endotheliale Dysfunktion nachweisbar ist, stellt sich die Frage, inwieweit diese Störung therapeutisch akut reversibel ist. Ein klinisch brauchbarer Parameter der Endothelfunktion ist durch Ultraschall messbare sogenannte flussabhängige Dilatation (FAD) nach Okklusion der Brachialarterie. Bei 11 Typ-2-Diabetikern mit ED ohne Hineise für Herzinsuffizienz wurde dieser Parameter in einer Doppelblind-Crossover-Studie untersucht. Nach Okklusion stieg der mittlere Durchmesser der Brachialarterie um 6 % an (p=0,2). Eine Stunde nach Gabe von 25 mg Sildenafil stieg der Durchmesser der Brachialarterie signifikant um 11 % an (p=0,03) während der Anstieg unter Placebo geringer und nicht signifikant war. Nach zweiwöchiger Therapie mit 25 mg Sildenafil pro Tag blieb dieser Effekt erhalten. Diese Daten zeigen, dass Sildenafil bei Typ-2-Diabetikern akut und mittelfristig einen günstigen Begleiteffekt auf die Endothelfunktion ausübt.

Verwandte Links

Zum Thema : Artikel:
Inhaltsseiten:


Der meistgelesene Artikel zu dem Thema Neues aus der Medizin:
Impfstoff gegen Darmkrebs wird unter Federführung der Universitätsmedizin Mainz

Pregabador®1: Das Pregabalin von TAD

Bulimie bei Diabetespatientinnen: Psychotherapie hilft


Alle Artikel aus diesem Monat

Einstellungen