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Sexualmedizin: Männergesundheit, Aufklärungskampagne zu Erektionsstörungen

Veröffentlicht am Dienstag 15 Oktober 2002 02:15:03 von gschilke
medizin.gifEine Vielzahl von Studien belegt, dass ein Großteil der Männer nicht regelmäßig ärztliche Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt. Dies liegt wahrscheinlich an fehlendem Gesundheitsbewusstsein, mangelhafter Aufklärung und geschlechtsspezifischem Rollenverhalten. Speziell die Erektile Dysfunktion ist eine Erkrankung, die von vielen Männern ignoriert wird, aber große emotionale Probleme bereitet. Vielleicht ist ihnen nicht bewusst, dass mehr als 140 Millionen Männer auf der ganzen Welt betroffen sind und chronische, aber behandelbare Erkrankungen, wie Herzerkrankungen, Diabetes und Depressionen zu Grunde liegen können.
Die Firma Pfizer hat erneut eine weltweite Kampagne zur Aufklärung über Erektionsstörungen gestartet. Am 19. März 2002 fand eine hochinteressante Konferenzschaltung Tokyo/Karlsruhe mit namhaften Experten statt, an der man über das Internet teilnehmen und wichtige Fragen zu dieser Problematik stellen konnte. Der legendäre Fußballstar Pelé unterstützt diese Kampagne, die das Ziel hat, das Bewusstsein der Männer für ihre eigene Gesundheit zu stärken. Dr. Michael Widlitz, Vizepräsident der Men's and Women's Health Group von Pfizer, erklärt: „Trotz intensiver Aufklärung in den letzten Jahren, gehen nach wie vor nur wenige Männer bei Erektionsstörungen zum Arzt. Durch Pelés internationales Ansehen und die Begeisterung für seine herausragenden sportlichen Erfolge sind wir überzeugt, dass er viele Männer zu einem Arztbesuch motivieren kann.“
Auch heute noch sucht nur jeder zehnte Mann mit Erektionsproblemen ärztliche Hilfe und 20 % von ihnen kommen später zum Arzt als es erforderlich ist. Die Hauptgründe, warum Männer nicht mit einem Arzt darüber sprechen, sind, dass eine ED nicht als medizinisches Problem angesehen wird, Angst und Scham darüber zu sprechen oder die Überzeugung, dass es keine medizinische Behandlung gibt.
Es ist unbedingt erforderlich, dass Männern bewusst gemacht wird, ihre Symptome ernster zu nehmen und professionelle Unterstützung und Rat früher zu suchen, als sie dies bisher getan haben.
Im Gegenzug erfordert dies auch von den behandelnden Ärzten großes Engagement und Sensibilität für diese Problematik. Erektionsstörungen beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen erheblich, sondern sind oftmals erste Hinweise auf unerkannte ernsthafte Erkrankungen. Weil Männer verhältnismäßig selten zum Arzt gehen, ist jeder Arztbesuch die einzige Möglichkeit einer Diagnosestellung oder Behandlung für einen längeren Zeitraum. Ebenso ist es notwendig, dass Leistungen, die auf den gesundheitlichen bedarf älterer Männer zugeschnitten sind, zur Verfügung stehen.
Auf die Krise im Bereich der männlichen Gesundheit zu reagieren, ist eine große Aufgabe, die wohl sogar eine neue Definition von Männlichkeit erfordert.

Erektile Dysfunktion kann ein erstes Zeichen einer KHK und eines Diabetes mellitus sein.

Umfragen in der Allgemeinbevölkerung ergaben, dass rund 20 % der Männer im Alter von 40 bis 70 Jahren von Erektionsstörungen betroffen sind. Die Prävalenz der ED hängt eng mit dem Lebensalter zusammen. In der „Massachusetts Male Aging Study“ verdreifachte sich die Prävalenz der vollständigen ED von 5 % bei den 40- jährigen Männern auf 15 % bei den 70-jährigen. Eine ähnliche Korrelation wird bei den Herz-Gefäß-Erkrankungen beobachtet. Die Risikofaktoren sowohl für die ED als auch für kardiovaskuläre Erkrankungen überschneiden sich sehr stark, es sind Hypertonie, Diabetes, Dyslipidämie und Rauchen. Weiterhin spielt Stickstoffmonoxid bei der vaskulären und erektilen Homöostase bekanntlich eine wichtige Rolle. Daher sind Männer mit ED vaskulärer Ursache ohne vorausgegangene kardiovaskuläre Erkrankungen vermutlich einem hohen Risiko von Gefäßerkrankungen ausgesetzt. Dieses Verständnis der Schnittstelle zwischen kardiovaskulären Erkrankungen und ED sollte die Ärzte künftig dazu veranlassen, bei der Diagnose von Erektionsstörungen das Vorliegen einer Herz-Gefäß-Erkrankung zu vermuten und umgekehrt.
Bei Diabetikern ist die Inzidenz der Erektilen Dysfunktion doppelt so hoch wie bei der allgemeinen Bevölkerung. 5 bis 10 % der Diabetiker leiden bereits an Erektionsstörungen bevor die Diagnose Diabetes mellitus erfolgt. Eine Vielzahl von Begleiterkrankungen und Folgeerscheinungen von Diabetes mellitus erhöht das Risiko einer ED noch weiter. Zu den Risikofaktoren zählen insbesondere Diabetesdauer, schlecht eingestellte Blutzuckerspiegel, die verschiedenen chronischen Diabetes-Komplikationen sowie das Rauchen. Es spricht auch immer mehr dafür, dass Erektionsstörungen ein Anzeichen der großflächigen Endothelschädigung infolge Diabetes darstellen. Da eine Erektile Dysfunktion häufig ein Frühsymptom für eine KHK oder einen Diabetes mellitus sein kann, gehören bei Patienten, die wegen einer Erektionsstörung den Arzt aufsuchen, auf jeden Fall Untersuchungen dazu, die ein Diabetesrisiko abklären, Fettstoffwechselstörungen eruieren sowie die Messung des Blutdrucks und ein Check-up der Herzkreislaufsituation. Darauf basierend kann dann eine entsprechende ED-Therapie erfolgen Etwa 1 Million Diabetiker in Deutschland haben Potenzstörungen, ungefähr 63 % davon können von Sildenafil profitieren. Sowohl bei Typ-1 als auch Typ-2 Diabetikern sind große klinische Studien mit Sildenafil durchgeführt und gute Ergebnisse erzielt worden. Allerdings brauchen Diabetiker häufig die Maximaldosis von 100 mg Sildenafil. Selbst bei bis zu 61 % der Diabetiker mit einem HbA1C- Wert über 8,3 % bessert sich die Erektionsfähigkeit. Dies gilt auch dann, wenn bereits andere Folgeschäden wie Retino-, Nephro- oder Neuropathie vorliegen.
Männer mit stabiler, belastungsinduzierter Angina pectoris müssen bei Einnahme von Sildenafil keine zusätzlichen Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit befürchten. Im Gegenteil, Viagra® kann signifikant die Zeitspanne bis zum Auftreten pectanginöser Beschwerden verlängern, wie dies auch eine placebokontrollierte Studie bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit ergeben hat.
Die gleichzeitige Gabe von PDE-5-Inhibitoren wie Sildenafil und jeglichen Nitraten oder NO-Donatoren ist kontraindiziert. Ebenso sind Mittel zur Behandlung der Erektilen Dysfunktion bei Patienten nicht anzuwenden, denen von sexueller Aktivität abzuraten ist, wie zum Beispiel Patienten mit instabiler Angina pectoris oder schwerer Herzinsuffizienz. Experten fordern, die ED ganzheitlich zu behandeln und warnen vor einem „penozentrischen“ Denken. Etwa ein Viertel der Patienten mit einer Erektionsstörung leidet gleichzeitig an einer weiteren sexuellen Dysfunktion wie verzögerter oder vorzeitiger Ejakulation. Beziehungskrisen, die häufig gemeinsam mit einer ED auftreten, können Ursache oder Folge von dieser sein. Abhilfe schafft eine ganzheitliche Therapie, die auf beide Partner abzielt, und im Verlauf der Behandlung schrittweise angepasst wird. Wie die „Men's Sexual Habits Study“ ergeben hat, entspricht dabei das therapeutische Profil von Sildenafil den sexuellen Bedürfnissen der breiten Mehrheit der Männer mit Erektiler Dysfunktion.
In den letzten Jahren wurden insbesondere die kardiovaskulären Effekte von Sildenafil untersucht. Sein hämodynamisches Profil ähnelt dem der Nitrate (mit denen es keinesfalls kombiniert werden darf). Auf der letztjährigen Tagung der American Heart Association wurden sogar Daten vorgestellt, die einen schützenden kardiovaskulären Effekt des Wirkstoffes bei Patienten mit stabiler Angina pectoris nahe legen. Günstige hämodynamische Effektte von Sildenafil ließen sich in Studien ferner bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie, mit Hypertonie sowie Herzinsuffizienz nachweisen. „Die Mehrheit der Herzpatienten kann Sex mit Viagra® ohne erhöhtes Risiko genießen“ Zitat Dr. G. Jackson, London.

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