Drucken Drucken



In lapide regis Auf dem Stein des Königs
Datum: Mittwoch 25 März 2015 10:48:32
Thema: Kunst und Kultur


Festung Königstein erhält Kutschenzugmodell aus Großbritannien für neue Dauerausstellung

Für die neue Dauerausstellung auf der Festung Königstein lieferte am Dienstag der britische Modellbauer Paul Wells das Modell eines Kutschenzugs Augusts des Starken. In diesen Tagen fügt er es aus 150 filigranen Einzelteilen zusammen.

Am 1. Mai öffnet auf der Festung Königstein die neue Dauerausstellung „In lapide regis – Auf dem Stein des Königs“. 800 Jahre Festungsgeschichte werden darin erstmals zusammenhängend erzählt. Die Ära Augusts des Starken spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Kutschenzugmodell von fast acht Metern Länge vergegenwärtigt den Aufwand, den der „Sächsische Sonnenkönig“ für seine barocken Hoffeste auf dem Königstein betrieb. Gefertigt hat das Modell der britische Miniaturbauer Paul Wells. Seit Dienstag fügt er die Einzelteile in mühevoller Handarbeit in den Ausstellungsräumen zusammen.

Paul-Wells-beim-Aufbau-Kutschenzug---Festung-Koenigstein---Foto-Hans-Hubert-Albert-Festung-Koenigstein
Der britische Modellbauer Paul Wells beim Aufbau des Modells "Kutschenzug"; Foto: Hans-Hubert Albert/Festung Königstein gGmbH

„Dieses Exponat bereichert unsere Ausstellung enorm“, sagt Dr. Angelika Taube, Geschäftsführerin der Festung Königstein gGmbH. „Der Wagenzug illustriert die märchenhafte Opulenz des augusteischen Zeitalters. Es war nicht einfach, einen Modellbauer für dieses anspruchsvolle Objekt zu finden. Darum haben wir international gesucht – und mit Paul Wells gefunden.“



Etwa 150 Einzelteile umfasst das Miniaturmodell. Im Maßstab 1:15 sind Kutschen und Bauernwagen, Pferde, Soldaten, Landleute und die Hofgesellschaft dargestellt. Wagenladungen umfassen Teile der Hofküche, der Kellerei und der Konditorei sowie Möbelstücke. „All diese Dinge ließ der Regent nachweislich aus dem Dresdner Residenzschloss auf den Königstein bringen“, erklärt Andrej Pawluschkow, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Festung Königstein. Der Kutschenzug wäre in Originalgröße etwa 120 Meter lang.

Eineinhalb Jahre Arbeit stecken in dem Kutschenzugmodell aus Schaumstoff, Glasfaser, Harz, Messing und Wachs. Am aufwendigsten seien die Figuren des Regenten selbst sowie des Grafen von Wackerbarth gewesen, da sie üppige Stickereien auf ihrer Kleidung und der Satteldecke erforderten. Für die Pferde und Personen holte sich Wells Unterstützung von der Spezialmodellbauerin Sarah Schiff, die ebenfalls in Großbritannien lebt und arbeitet.

Als Vorlagen dienten historische Bildquellen wie die Gemälde Bernardo Bellottos, genannt Canaletto, und Ausstellungsstücke aus anderen Museen. Etwa ein Gepäckwagen Augusts des Starken aus Schloss Moritzburg sowie ein Korbwagen und ein historischer Wagenheber aus Schloss Lauenstein im Erzgebirge.

Für den 44-jährigen Modellbauer aus Horseheath bei London ist es sein erster Auftrag in Deutschland. In Großbritannien hat er sich bereits mit Modellen für die nationale britische Denkmalpflegeorganisation „The National Trust“, für den Ausrichter des Wimbledon-Tennisturniers „All England Club“ sowie für das Londoner Theater „Shakespeare’s Globe“ einen Namen gemacht. Auch in anderen Ländern Europas sowie in den USA und in Japan war er tätig. Für die neue Ausstellung auf der Festung Königstein modellierte er noch ein zweites Modell. Es zeigt die Festungsbaustelle aus dem Jahr 1589 in einem dreidimensionalen Schaubild.







Dieser Artikel stammt von der Webseite medicinebook.de
http://www.medicinebook.de

Die URL für diesen Artikel lautet:
http://www.medicinebook.de/load.php?name=News&file=article&sid=1952


Drucken Drucken

Das Impressum finden Sie hier
http://www.medicinebook.de/load.php?name=Impressum