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Peter Schwenk
Datum: Donnerstag 08 August 2002 23:08:37
Thema: Kunst und Kultur


Er gilt als Sammler, Schmied, Plastiker, Schlosser und Arrangeur, sucht nach Eisenabfällen, ausrangierten Maschinen und Metallteilen; Müllkippen ebenso wie Schrotthalden sind das beliebte Revier des Bildhauers Peter Schwenk, der aus den Abfällen unserer Überflussgesellschaft wahre Kunstwerke schafft, die ihn und uns gleichermaßen faszinieren. 1946 in Planegg bei München geboren, stieg auch er 1968 auf die studentischen Barrikaden, um mit dazu beizutragen, Universitäten und Akademien von der Autorität, dem Mief und den erstarrten Traditionen zu befreien.

Grosse Stele, Aluminium poliert, Höhe 380 cm, 1989
Brückmühl, Aluminium, 3 Räder beweglich, Höhe 400 cm, 1988
Angelo, Aluminium, Höhe 160 cm, 1988

Er, das Musiktalent, fing Feuer am Puppenspiel, drehte Schmalfilme und legte gestalterisch Kindergärten an. Fast ein Jahrzehnt dauerte diese boheme-artige Hinwendung zu jener dadaistischen Lebensweise. Erst 1978 begann er wieder mit der Bildhauerei, immer auf der Suche nach einer neuen lustvollen Formensprache. Bis etwa 1985 dauerte die Periode der lyrisch-abstrakten Eisenskulpturen ihr folgte die aus überwiegend geometrischen Baukörpern gefügte Aluminiumplastik. Sie stellt bei aller Eigenständigkeit eine zugleich ergänzende und dialektisch zu verstehende Gegenform zu den Konfigurationen in Metall dar. Hohl aufgebaute Aluminiumkörper unterschiedlichster Größen werden durch Aufeinanderlegen, Aneinanderlehnen. Aufeinandertürmen miteinander kombiniert. Die Elemente scheinen in einem labilen Gleichgewicht gehalten zu sein, alles soll in leichter Schwebe, in einer Art Balancespiel auf dem Boden bleiben.

Tisch und Stuhl, Aluminium ,160 x 110 x140 cm, 1984
Shung, Aluminium, Höhe 320 cm, 1988

Unserer Auffassung nach gehören die Arbeiten Peter Schwenks zur Neo-Konzeptkunst. Auch wenn seine Werke häufig abstrakt erscheinen, sind sie dennoch niemals gegenstandslos. Hier zeigt sich ein neuer Realismus, der zwar einerseits aus den konkreten Formen des Alltags entstand, der aber andererseits durch Schwenks direkten Einfluss zu einer Skulptur geformt wird. Er fasst die verschiedensten Metallgegenstände und Fundstücke in einer Synthese zusammen, verfremdet das ehemalige Design, um daraus verblüffend anregende Kompositionen zu schaffen. Was zunächst irritiert, ist das spielerische Element in den Werken Peter Schwenks, Der Künstler vagabundiert offenkundig in der älteren und neueren Kunstgeschichte. Bei intensiverer Auseinandersetzung allerdings stößt man rasch auf eine fast überschäumende Kreativität, die Lust Schwenks am Gestalten, erkennt man, dass seine Skulpturen Altes und Neues gleichermaßen wie Traditionelles und Innovatives binden. Seine handwerkliche Virtuosität sowie das fast schon traumhaft sichere Formengespür machen ihn zu einem herausragenden Vertreter der Neuen Bildhauerei.







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